GoalGuard.de

Alexander Bade

Alexander Bade: Abschied ohne Stil

Von Artur Stopper in Blickpunkte

Über 20 Jahre lang war Alexander Bade ein Teil des 1. FC Köln. Zunächst als Jugendspieler, dann als Profi, seit 2009 schließlich als Torwarttrainer. Ursprünglich aus Berlin stammend, ist der 47-Jährige inzwischen längst zu einem Kölner Urgestein geworden, das den FC tief im Herzen trägt. Ein besonderes Verhältnis verband ihn bis zuletzt auch mit Kölns ehemaligem Cheftrainer Peter Stöger, der im Zuge der Erfolgslosigkeit der Rheinländer vor wenigen Wochen mit fast seinem gesamten Trainerstab entlassen wurde und inzwischen bei Borussia Dortmund angeheuert hat. Allein Alexander Bade durfte zunächst weiterarbeiten. Nun hat sich der Klub auch von ihm getrennt. Andreas Menger, der Ex-Kölner Torhüter, der zwischen 1997 und 1999 47-mal als Profi das FC-Tor hütete, wird ab sofort das Training der Profi-Torhüter des 1. FC Köln übernehmen. Der 45-jährige Menger bringt Torwarttrainer-Erfahrung von den Bundesligisten Eintracht Frankfurt und VfB Stuttgart sowie zuletzt beim Viertligisten 1860 München mit.

Mögliche Gründe für die Ablösung Bades

Nicht ganz klar sind die Gründe, die zu Bades Ablösung führten. Es ist von Problemen in der Zusammenarbeit zwischen dem langjährigen Torwarttrainer Alex Bade und dem neuen Trainer Stefan Ruthenbeck die Rede, die zu Missverständnissen und Vorbehalten im Verhältnis der beiden untereinander führten und schließlich nicht mehr zu lösen waren.

Als weiterer möglicher Grund wird die enge Verbindung zwischen Alexander Bade und Ex-Trainer Peter Stöger genannt. Nicht nur berufliche, sondern auch familiäre Bande vereinten die beiden. Deshalb traf Bade die Entlassung des Österreichers besonders schwer. Zum neuen Trainerteam um Ruthenbeck mit seinen Co-Trainern Kevin McKenna und Markus Daum sowie Fitnesscoach Max Weuthen fand er offensichtlich keinen richtigen Zugang. Aus diesem Grund suchte Bade wohl auch das Gespräch mit Ruthenbeck, was dieser bestätigte: „Alex Bade kam vor dem Schalke-Spiel zu mir. Wir haben gesprochen und ich habe ihm gesagt, dass ich gerne mit ihm weiter zusammenarbeiten möchte.“ Mit dieser Aussage dementierte Ruthenbeck zugleich den Verdacht, dass vor allem er für die Entlassung Alexander Bades verantwortlich sei.

Für andere Beobachter der Kölner Fußballszene sollen Meinungsverschiedenheiten zwischen dem neuen Chef-Trainer und Bade über dessen Trainingsarbeit der Grund für die Trennung gewesen sein. Laut "Bild"-Zeitung kritisierte Ruthenbeck nach dessen Amtsübernahme den Fitnesszustand von Keeper Timo Horn sowie die Trainingsmethoden des Torwart-Coaches. Ob diese Äußerungen Ruthenbecks nur ein Vorwand waren, die Position Bades zu schwächen und ihn in der Folge leichter ablösen zu können, bleibt offen. Wenig Anlass zur Kritik gaben jedenfalls die Leistungen von Bades Schützling Timo Horn. Trotz der aktuell schwierigen Aufgabe ist er wie schon seit Jahren der eigentliche Leistungsträger im Kölner Kader. Einen gewissen Anteil an Horns guten Leistungen darf man sicherlich auch seinem Torwarttrainer Alexander Bade zuschreiben. Timo Horn, der erst kurz vor dem Aus die Nachricht von Bades Entlassung erhalten hatte, bestätigte diese Einschätzung: „Alex hat immer einen guten Job gemacht und hat mich zu einem guten Torwart entwickelt."

Entlassung wirft schlechtes Licht auf die Vereinsführung

Für Außenstehende ist es sicherlich schwierig, die wirkliche Leistung Bades als Torwarttrainer zu beurteilen. Ohne Zweifel zu verurteilen ist aber die Schmierenkomödie, die die Kölner Verantwortlichen bei der Entlassung Bades betrieben. Zunächst hatte Ruthenbeck erklärt, dass die Liason zwischen dem FC und seinem Torwarttrainer auf eigenen Wunsch Bades beendet worden sei: „Ich hätte mit Alex Bade gerne weitergearbeitet. Aber es war von der anderen Seite nicht mehr so erwünscht. Bade ist nach dem Schalke-Spiel auf mich zugekommen." Eine ähnliche Version der Trennung hatten auch die Verantwortlichen des Klubs vermeldet: „Alexander Bade, der seit 2009 FC-Torwarttrainer ist, hatte darum gebeten, von seinen bisherigen Aufgaben bei den FC-Lizenzspielern entbunden zu werden. Er übernimmt nun andere Aufgaben beim 1. FC Köln." Einen Tag später wehrte sich der entlassene Bade vehement gegen die Darstellung des Vereins. „Das stimmt nicht. Es ist nicht richtig, dass ich von meinen Aufgaben entbunden werden wollte. Und ich habe auch noch keiner neuen Aufgabe zugestimmt", machte er deutlich.

Besonders tragisch für ihn nach seiner langen Tätigkeit für den Verein: Während er noch offiziell Torwarttrainer des 1.FC Köln war, wurde sein Nachfolger Andreas Menger bereits beim Laktattest mit Spielern gesehen. Die Behauptung des Vereins, erst „nach der Entwicklung um Alexander Bade kurzfristig“ mit dessen Nachfolger gesprochen zu haben, war als Lüge entlarvt. Es spricht auch nicht für Nachfolger Andreas Menger, dass er seine Tätigkeit im Verein bereits aufgenommen hatte, bevor sein Vorgänger überhaupt verabschiedet worden war. Selbst im Haifischbecken Bundesliga ist guter Stil erlaubt. Verdient gehabt hätte ihn Alexander Bade nach über 20 Jahren Tätigkeit im Verein allemal.