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Bernd Leno

Bernd Leno: Bleibt er bei der Werkself?

Von Artur Stopper in Blickpunkte

Das hatte sich die Werkself vor der Saison anders vorgestellt. Mit dem vermeintlich besten Kader der vergangenen Jahre ausgerüstet, wollten die Bayer-Verantwortlichen in der Bundesliga und der Champions League endlich in die Welt der Fußballgrößen vordringen. Das Tabellenbild zeigt die Wahrheit. Mit nur vier Punkten von einem Abstiegsplatz entfernt, steht die Werkself auf einem Tabellenplatz, den selbst die größten Pessimisten vor Saisonbeginn nicht vermutet hatten. Das ursprüngliche Ziel Champions League ist weit entrückt. Die Königsklasse wird nächste Saison ohne Bayer stattfinden.

Interesse ausländischer Vereine

Tin Jedvaj und Torhüter Bernd Leno pushen sich gegenseitig.Nur einer ließ sich von den schwachen Leistungen vieler seiner Mitspieler nicht anstecken: Nationaltorhüter Bernd Leno. Nicht allein deswegen steht der Bayer-Leistungsträger bei mehreren Top-Klubs hoch im Kurs. Selbst der Name Real Madrid spielte in der Vergangenheit immer wieder eine Rolle. Im Moment sieht es allerdings danach aus, als würden sich die Madrilenen für den spanischen Nationaltorhüter David de Gea von Manchester United entschieden haben. Trotzdem scheint die Frage noch ungeklärt, wo die Zukunft Lenos liegen wird. Dass das Interesse aus dem Ausland am Nationaltorhüter nicht nachgelassen hat, bestätigte sein Berater Uli Ferber: „Es gab im vergangenen Jahr Begehrlichkeiten, und die gibt es in diesem Jahr wieder.“ Sicherlich hat Leno den Bayer-Verantwortlichen einerseits nicht vergessen, dass sie ihn als 19-jährigen Drittliga-Torhüter für 8 Millionen Euro vom VfB Stuttgart loseisten, ihm die Chance auf einen Platz im Tor des Bundesligisten gaben und ihm so seine großartige Entwicklung bis heute erst ermöglichten. Andererseits braucht er Einsätze auf internationalem Terrain, um seine Position in der Nationalmannschaft gegenüber Konkurrenten wie Neuer, ter Stegen oder Trapp zu behaupten, die allesamt in europäischen Top-Klubs zum Einsatz kommen und sich damit Vorteile gegenüber dem Bayer-Keeper erarbeiten könnten.

Vertragsverlängerung mit Ausstiegsklausel?

Bernd Leno muss sich im Spiel gegen den FC Ingolstadt 04 strecken.Im September des vergangenen Jahres hatte er seinen Vertrag in Leverkusen bis 2020 verlängert. Er habe verlängert, "weil ich mich hier in Leverkusen einfach wohl fühle. Ich habe in den vergangenen Jahren eine stetige Entwicklung gesehen", sagte der Schlussmann. Sportchef Rudi Völler ergänzte, dass Leno ein Spieler sei, der "mit uns hoch hinaus will". Diese Entwicklung wird Leno in der aktuellen Situation nicht mehr wahrnehmen. Zum Zeitpunkt der Vertragsunterzeichnung war das ganze Ausmaß des Absturzes der Werkself nicht annähernd vorhersehbar. Deswegen dürften im Kopf des Schwaben durchaus Überlegungen vorhanden sein, zu einem Klub mit internationaler Perspektive zu wechseln. Laut einem Bericht der "Bild" enthält das Vertragswerk eine Ausstiegsklausel, nach der Leno im Sommer wieder die Möglichkeit offensteht, für eine festgeschriebene Ablösesumme in Höhe von 18 Millionen Euro zu wechseln. Bei diesem Preis wäre der Bayer-Schlussmann wohl günstiger zu haben als vergleichbare Torhüter seines Formats wie David de Gea oder Gianluigi Donnarumma (AC Mailand). Noch hält sich Leno zu seiner Zukunft bedeckt und sagt das, was Berufssportler in einer solchen Situation immer äußern: „Ich möchte mich in der jetzigen Situation ganz auf Bayer konzentrieren.“ Eine weitere Unruhe im Verein möchte er auf jeden Fall vermeiden.