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Bernd Leno

Bernd Leno: Seine Antwort auf dem Platz

Von Artur Stopper in Blickpunkte

Viel Kritik musste sich Nationaltorwart Bernd Leno nach der 2:3-Niederlage seines Klubs Bayer Leverkusen zu Hause gegen RB Leipzig gefallen lassen. Bei 2:2-Ausgleich war dem Nationaltorhüter ein Fehler unterlaufen, den er im Gespräch mit Sky nach dem Spiel auch gar nicht zu beschönigen suchte. Was war passiert? Leipzigs Emil Forsberg bekam an der Mittellinie den Ball und lief auf das Leverkusener Tor zu. Da kein Leverkusener ihn wirklich auf seinem Weg behinderte, versuchte es Forsberg selbst. Der Ball flog aus 23 m auf das Tor zu. Leno riss die Arme hoch. Doch obwohl der Ball mittig aufs Tor zukam, konnte ihn der Bayer-Keeper nicht parieren. Der Ball flatterte mit einer leicht veränderten Flugbahn knapp an seiner Hand vorbei.

Bernd Leno kann Emil Forsbergs (RB Leipzig) Schuss nicht parieren.Der 24-jährige Leverkusener ist schon lange genug im Bundesligageschäft und kennt deswegen die Mechanismen, die nach einem solchem Fehler in der öffentlichen Wahrnehmung ablaufen. Der Kicker erteilte ihm die Note 5. Überraschender war die öffentliche Kritik, die er von seinem eigenen Coach Roger Schmidt einstecken musste. „Den kann man schon mal halten“, ließ Schmidt verlauten. Leno wurde vom Trainer zum allein Schuldigen an dieser Situation ausgemacht. Kein Wort zum Abwehrverhalten der Feldspieler, die den Leipziger Angreifer ohne großen Widerstand über das halbe Spielfeld gewähren ließen und ihn nicht am Schuss hinderten. Dass die Kritik Schmidts Bernd Leno nicht unberührt ließ, zeigt seine Äußerung nach dem Moskau-Spiel: „Natürlich hört man solche Worte nicht gerne. Dass man in der Öffentlichkeit kritisiert wird, wünscht man sich nicht - aber das gehört auch zu dem Geschäft dazu.“ Dann fügte er hinzu: „Ich weiß genau, dass ich einen Fehler gemacht haben. Aber so, wie es dargestellt wurde, dass alles nur an mir lag, das sehe ich nicht so.“

Steven Zuber von der TSG Hoffenheim trifft gegen Torhüter Bernd Leno zum 0 : 3.Kein Spieler oder Torhüter ist erfreut, wenn er vom Trainer öffentlich kritisiert wird. Und nicht wenige Torhüter strahlen nach öffentlichen Schuldzuweisungen im nächsten Spiel nicht unbedingt mehr Sicherheit aus. Anders Bernd Leno. Wie häufig nach Patzern zeigte er einmal mehr, mit welcher mentalen Stärke er ausgestattet ist. Er gab die richtige Antwort auf dem Platz. Im Champions-League-Spiel gegen ZSKA Moskau nur drei Tage später zeigte er allen, warum er zu den besten Torhütern in Deutschland und auch international gehört. Mit überragenden Paraden sicherte der Nationaltorwart Leverkusen ein 1:1 bei ZSKA Moskau. Manager Rudi Völler bewertete Lenos Leistung so: „Er war hellwach und hat gezeigt, dass er zu Recht zu den besten drei Torhütern in Deutschland gehört.“ Mit dieser Meinung steht der Bayer-Manager nicht allein. Leno war von der ersten Minute an präsent und sicher. Mehrfach rettete er gegen Golowin und war nur per Elfmeter zu bezwingen.