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Fabian Giefer

Fabian Giefer: Neustart bei Bristol City

Von Artur Stopper in Blickpunkte

Was seit einiger Zeit spekuliert wurde, ist Wirklichkeit geworden: Fabian Giefer wurde vor einem Monat bis zum Saisonende von Schalke 04 an Bristol City ausgeliehen. Der 26-jährige Schlussmann hatte bei Schalke 04 ein Problem, das Sportvorstand Christian Heidel so formulierte: „Wir haben auf Schalke das große Glück, dass wir auf der Torhüter-Position sehr gut besetzt sind. Das macht es natürlich schwierig für die Keeper, hinter der Nummer eins Spielpraxis zu erlangen. Deshalb wünschen wir uns für Fabian, dass er diese in den kommenden Monaten bei Bristol City erhält.“ Der 26-Jährige soll beim englischen Zweitligisten also Spielpraxis sammeln.

Fabian Giefers Situation auf Schalke

Fabian Giefer 2014 im Dress der Fortuna Düsseldorf2014 war Fabian Giefer mit großen Hoffnungen von Fortuna Düsseldorf mit der Empfehlung von 68 Spielen für die Fortuna und 42 Bundesligapartien zu Schalke gewechselt. Besonders im Jahr der Bundesliga-Zugehörigkeit der Düsseldorfer weckte Giefer mit großartigen Leistungen die Aufmerksamkeit der Experten. So war es nicht verwunderlich, dass sich mehrere Vereine um die Künste Giefers bemühten. Bayern München buhlte um seine Dienste als zweiter Mann hinter Manuel Neuer, auch Werder Bremen war an einer Verpflichtung interessiert. Seine Wahl fiel aber auf Schalke 04. Bereits im Winter 2014 verpflichtete der damalige Schalke-Sportdirektor Horst Held den talentierten Fortuna-Schlussmann, also bereits ein halbes Jahr vor Saisonende. Weil auf Schalke Ungewissheit herrschte, ob Fährmann wegen vieler schwerer und langwieriger Verletzungen wieder zu seiner alten Leistungsfähigkeit zurückfinden würde, wollten die Verantwortlichen rechtzeitig einen Klassemann in petto haben. Aber Fährmann kam nach seiner Verletzung überzeugend zurück und spielte eine überragende Rückrunde. Deshalb war es keine Frage, dass Fährmann als Nummer 1 in die Saison 2014/15 ging und Fabian Giefer sich erst einmal hinten anstellen musste.

Nachdem Fährmann alle Pflichtspiele der Hinrunde über die volle Distanz bestritten hatte, zog er sich im Trainingslager in Katar eine Kreuzbandverletzung zu und verpasste daraufhin den Start in die Rückrunde. An seiner Stelle musste Giefer seine Feuertaufe auf Schalke bestehen, nach knapp neun Monaten ohne Spielpraxis. Aber bereits im zweiten Punktspiel als Fährmann-Vertreter wurde Fabian Giefer beim Auswärtsspiel in München zur Pause aufgrund einer Leistenverletzung ausgewechselt. Wie schon des Öfteren brachte ihn eine Verletzung um die Chance, sein großartiges Können längerfristig unter Beweis stellen zu können. Ab dem 27. Spieltag kam Fährmann zurück, hütete bis zum Ende der Saison wieder das Tor der Königsblauen und untermauerte mit hervorragenden Leistungen seine Vormachtstellung im Schalke-Tor. Giefers Rolle als zweiter Mann hinter Ralf Fährmann war damit aber zementiert. Dass Fabian Giefer mit anderen Erwartungen nach Gelsenkirchen gekommen war, gestand er in einem Interview mit den Ruhr Nachrichten: „Das stimmt, da brauchen wir nicht drum herum zu reden. Dinge, die ich nicht beeinflussen konnte, haben mich aus dem Takt gebracht. Ich musste mich immer wieder herankämpfen.“

Verletzungen bestimmten seine Karriere

Fabian Giefer im Dezember 2016 im Spiel gegen den FC Red Bull SalzburgNeben der fehlenden Perspektive, den immer überzeugenderen Ralf Fährmann als Nummer eins im Tor der Königsblauen ablösen zu können, waren es immer wieder Verletzungen, die den talentierten Torhüter „aus dem Takt gebracht“ haben. War es zu Beginn seiner Zeit auf Schalke ein Muskelbündelriss, der Giefer über drei Monate lang außer Gefecht setzte, sorgte ein Vierteljahr später eine hartnäckige Adduktorenverletzung dafür, dass er fast ein Jahr lang nicht einsatzunfähig war. Wiederum ein Vierteljahr später war es die bereits angesprochene Leistenverletzung, die nach einer Verletzung Fährmanns verhinderte, dass Giefer sein Können nachweisen und seine Chance erhöhen konnte, Fährmann als Nummer eins abzulösen. Eine Verletzung war es auch, die den Wechsel Giefers zum niederländischen Spitzenklub Ajax Amsterdam vor der laufenden Saison verhinderte. Nach einer Horror-Saison voller Verletzungen war er gerade erst wieder genesen, als eine Verletzung am rechten Oberschenkel in ihrem Ausmaß nicht erkannt wurde. „Die Wahrheit ist, dass ich mir vor rund vier Wochen einen kleinen Bruch an der linken Leiste habe operieren lassen", erklärte Giefer die Probleme der vergangenen Wochen. "Wäre dieser sofort erkannt worden, hätte die Pause nur zwei Wochen gedauert." So verhinderte letztlich wieder eine Verletzung einen Wechsel zum vielfachen niederländischen Meister, wo Giefer die dortige Nummer eins, Jasper Cillessen, ersetzen sollte, der den Klub in Richtung England verließ.

Irgendwann wieder erstklassig spielen

Seit seinem Wechsel zu Schalke 04 vor zweieinhalb Jahren absolvierte der 26-jährige Schlussmann gerade mal zwei Spiele für die Knappen. Viel zu wenig für einen Torhüter seiner Klasse! Um zu seinem früheren Leistungsvermögen zurückzukehren, ist Spielpraxis aber unerlässlich. Aus diesem Grund wurde der 26-Jährige, der noch bis Juni 2018 bei Schalke unter Vertrag steht, nun an den abstiegsgefährdeten englischen Zweitligisten Bristol City bis zum Saisonende ausgeliehen. Nach so vielen sportlichen Tiefschlägen war er nun also reif für die Insel. Vielleicht gelingt es ihm beim englischen Zweitligisten, durch gute Leistungen wieder auf sich aufmerksam zu machen und irgendwo wieder in der englischen oder deutschen Elite-Liga Fuß zu fassen. Für einen 26-jährigen Torhüter ist der Zug dafür jedenfalls noch nicht abgefahren!