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Gabor Kiraly

Gabor Kiraly: Abschied auf leisen Sohlen

Von Artur Stopper in Blickpunkte

Beim Hauptstadtklub Hertha BSC ist Gabor Kiraly unvergessen. Von 1997 bis 2004 absolvierte der Ungar insgesamt 198 Spiele für die Berliner. Auch bei Bayer Leverkusen und vor allem beim Zweitligisten TSV 1860 München bewies er über viele Jahre seine außergewöhnliche Klasse. 1998/99 war er statistisch gesehen der beste Bundesliga-Torwart: Er kassierte die wenigsten Gegentore und vereitelte die meisten Großchancen.

Abschied vom Nationalteam

Nun neigt sich seine Laufbahn langsam dem Ende zu. Vor kurzem hat der Torwart mit der Schlabberhose seine Torwart-Laufbahn zumindest in der ungarischen Nationalmannschaft mit 40 Jahren beendet. Gabor Kiralys kultige Jogginghose, die vom Ausrüster Nike extra ins Merchandising-Programm aufgenommen worden war, hat auf der internationalen Fußball-Bühne ausgedient. Nach 18 Jahren und 108 Länderspielen war für den 40 Jahre alten Rekord-Nationalspieler Schluss im ungarischen Nationalteam. „Ich bin ein Perfektionist und möchte maximale Leistung bringen, aber im Alter von 40 geht es auf Club- und National-Niveau zusammen nicht mehr“, begründete der langjährige Bundesliga-Torhüter von Hertha BSC auf der eigenen Homepage seinen Entschluss. Ganz aufhören will der Torwart-Methusalem aber noch nicht, sondern sich nun ganz auf seine Vereinskarriere beim ungarischen Erstligisten Haladas Szombathely konzentrieren.

Noch mit 40 Jahren die Nummer eins in Ungarn

Sein Markenzeichen, die graue Jogginghose, trägt der 40-jährige Keeper noch immer. Ansonsten hat sich aber einiges verändert, denn 24 Jahre im Profi-Fußball haben bei dem legendären Schlussmann ihre Spuren hinterlassen. „Mein Körper hat mir signalisiert, dass er am Limit ist“, erklärte Kiraly, als er nach der Europameisterschaft im Sommer in Frankreich auf dem sportlichen Höhepunkt den Rücktritt aus der Landes-Auswahl ankündigte. Noch einmal hatte er zur sensationellen Qualifikation seiner Landesauswahl ins EM-Achtelfinale beigetragen. Erst das 0:4 gegen Belgien beendete die bemerkenswerte Leistung der vom deutschen Trainer Bernd Storck trainierten Ungarn. Aber noch ein letztes Mal schrieb Gabor Kiraly Geschichte, denn mit 40 Jahren und 74 Tagen löste er Lothar Matthäus als ältesten Spieler in der EM-Geschichte ab.

Verletzungen nehmen zu

Mehr und mehr hat der Routinier aber inzwischen mit Verletzungen zu kämpfen. Deshalb lässt er seine weitere Zukunft noch offen. Den neuen Zweijahresvertrag bei seinem Klub aus dem westungarischen Szombathely will er erst unterschreiben, wenn er wieder völlig fit ist. Außerdem ließ sich Kiraly eine Klausel in seinen Vertrag einbauen, dass er jederzeit aufhören kann, wenn er den Zeitpunkt für gekommen hält. „Ich habe in dieser Hinsicht freie Hand, der Klub bringt mir großes Vertrauen entgegen, und umgekehrt verhält es sich ebenso.“