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Gigi Buffon

Gigi Buffon: Ein Großer verlässt die Fußball-Weltbühne

Von Artur Stopper in Blickpunkte

Das Ende seiner Karriere war perfekt getimt. Mit dem WM-Turnier im Sommer 2018 in Russland wollte er seine großartige Karriere beenden und von der Fußballbühne abtreten. Nun kam es für Gigi Buffon anders. Italien scheiterte in den WM-Play-offs gegen Außenseiter Schweden. Nach der 1:0-Niederlage in Schweden in der vergangenen Woche hätte die italienische Nationalmannschaft gestern Abend im Mailänder San-Siro-Stadion einen Sieg einfahren müssen, um das Ticket nach Russland zu lösen. Heraus kam ein 0:0, das nun den Schweden den Weg zur WM in Russland öffnete.

Buffon zieht die Konsequenzen

Italiens Torwart-Legende Gianluigi Buffon zog seine persönlichen Konsequenzen aus dem Ausscheiden und gab unmittelbar nach dem Scheitern seinen Rücktritt in der Squadra Azzurra bekannt. "Ich bin traurig, dass meine Nationalmannschaftskarriere so endet", sagte der 39-Jährige nach dem 0:0 im Rückspiel in Mailand gegen Schweden unter Tränen im italienischen Fernsehen. "Es ist extrem schade, dass mein letztes offizielles Spiel mit dem Scheitern in den WM-Play-offs einherging", fuhr Buffon gegenüber "Rai Sport" fort. "Das ist alles sehr enttäuschend für mich - und für die gesamte Nation. Denn wir alle haben es verpasst, uns für die WM zu qualifizieren, was für das gesamte Land wichtig gewesen wäre. Das bedauere ich sehr - und nicht unbedingt, dass meine Karriere nun endet. Denn die Zeit schreitet stets voran - und so ist mein Karriereende nur die logische Konsequenz."

Das Ende einer außergewöhnlichen Karriere

Gianluigi Buffon bei der EM 2016Das WM-Turnier im Sommer hätte für Gianluigi Buffon der Abschluss seiner unglaublichen Karriere werden sollen. 175 Länderspiele für die italienische Nationalmannschaft stehen bei ihm bisher zu Buche. Von 1998 bis 2014 hatte der langjährige Kapitän ununterbrochen an allen WM-Endrunden teilgenommen. Er stand damit auf einer Stufe mit Deutschlands WM-Ikone Lothar Matthäus (1982 bis 1998) und Mexikos Torwart Antonio Carbajal (1950 bis 1966). Fünfmal gehörten die drei Ausnahmekicker den WM-Kadern ihres Landes an. Mit der Teilnahme in Russland wäre der Schlussmann von Juventus Turin alleiniger Rekordhalter geworden. Seine Laufbahn war gekrönt von vielen Erfolgen. Bei der WM 2006 in Deutschland wurde er Weltmeister mit seinem Team. Mit seiner großen Liebe Juventus Turin, die er auch nach dem Zwangsabstieg 2006 in die zweite Liga nicht verließ, errang er achtmal den Scudetto, die italienische Meisterschaft, dreimal den Pokal. Wie Manuel Neuer wurde er viermal zum Welttorhüter gewählt (2003, 2004, 2006, 2007). Allein die spanische Torwart-Ikone Iker Casillas war mit fünf Auszeichnungen erfolgreicher. Gianluigi Buffon hat in seiner 22-jährigen Karriere fast alles gewonnen. Nur ein Titel blieb Buffon in seiner einzigartigen Erfolgsgeschichte verwehrt: der Gewinn der Champions League, obwohl er dreimal mit seiner Mannschaft im Finale stand.

Respekt, Gianluigi Buffon

Buffon war aber nicht nur ein außergewöhnlicher Sportler, sondern auch ein stets fairer Sportsmann. Nicht vergessen sind seine Gesten in Sieg oder Niederlage, wenn er gegnerische Spieler tröstete, umarmte oder ihnen aufrichtig zum Sieg gratulierte. Er war der personifizierte Vertreter des Begriffes, den sich die FIFA auf ihren Fahnen geschrieben hat: Respekt. Diese sportliche Größe zeigte er auch in dem Moment, der seine sportliches Aus bedeutete. Vor dem Entscheidungsspiel gegen die Schweden klatschte Buffon, als die Tifosi bei der schwedischen Hymne lautstark pfiffen, und forderte so Respekt ein. Nach seiner bittersten Niederlage, noch von Tränen gerührt, machte er das, was er als untadeliger Sportsmann immer tat: Er gratulierte er den schwedischen Spielern zu ihren Erfolg! Dem Weltfußball geht nicht nur ein großartiger Sportler verloren, sondern auch ein außergewöhnlicher Mensch.

Alle, die diesen Sport lieben und noch einen Instinkt für sportliche Fairness besitzen, verneigen sich vor dem sportlichen Lebenswerk dieses Ausnahme-Keepers. Respekt, Gigi Buffon!