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Jasmin Fejzic

Jasmin Fejzic: Riese hält riesig

Von Artur Stopper in Blickpunkte

Zum Aufstieg in die Bundesliga reichte es nicht. Im Relegationsspiel gegen den nur 35 km entfernten Bundesligisten VfL Wolfsburg musste der Zweitligist Eintracht Braunschweig zweimal eine knappe und bittere 1:0-Niederlage hinnehmen, weil sie ihre Chancen nicht nutzten. Wenn man den finanziellen Background beiden Klubs vergleicht, war das sicherlich keine Überraschung, auch wenn die Höhe der finanziellen Investition nicht zwangsläufig mehr sportlichen Erfolg verspricht. Aber die finanziellen Voraussetzungen sind gravierend anders: Die 12 Millionen Euro, die allein der im Winter aus Mainz gekommene Yunus Malli die Wolfsburger als Ablösesumme kostete, entspricht dem Gesamtetat der Braunschweiger.

Fejzic rechtfertigt das Vertrauen in ihn

Jasmin Fejzic beim 2.Liga Spiel zwischen TSV 1860 München und Eintracht Braunschweig am 30.04.2017Einen Aufsteiger in der Saison 2016/17 gibt es aber in Braunschweig trotzdem: Torhüter Jasmin Fejzic. Eigentlich war er vor der Saison nur als Nummer zwei hinter Rafal Gikiewicz vorgesehen. Doch zwei Tage vor Saisonbeginn wechselte der Pole für 1 Million Euro Ablöse zum Bundesligisten SC Freiburg. Angesichts der knappen Zeit war es für die Niedersachsen nicht leicht, einen adäquaten Ersatzmann zu finden. Trainer Torsten Lieberknecht vertraute den Künsten seines bisherigen Ersatztorhüters und sprach sich für Jasmin Fejzic als Nummer eins aus. „Ich vertraue Jasmin“, sagte er. Er brauchte seine Entscheidung nicht zu bereuen. Der 31-jährige Bosnier absolvierte alle 34 Spiele und konnte in vielen Partien mit guten Leistungen überzeugen. Dass die Braunschweiger mit 36 Gegentreffern eine der besten Defensiven der Liga stellten, lag auch an ihm. Er entwickelte sich zu einem echten Rückhalt der Eintracht und gehörte in der abgelaufenen Saison zweifellos zu den besten Keepern der zweiten Liga. Nur wenige Experten hatten ihm diese Leistung zugetraut.

Inter Mailand streckt Fühler aus

Saulo Igor Decarli und Jasmin Fejzic beim 2.Liga Spiel gegen den TSV 1860 München am 30.04.2017Seine guten Leistungen blieben auch im Ausland nicht unbeachtet. Neben der Nationalmannschaft seines Landes rückte Fejzic auch in den Fokus des italienischen Traditionsklubs Inter Mailand. Da bei Inter der Vertrag von Ersatztorwart Juan Pablo Carrizo zum Saisonende auslief, streckte der Tabellen-7. der Serie A seine Fühler nach Jasmin Fejzic aus, denn die Arbeitspapiere des Bosniers liefen in Braunschweig am Saisonende aus. Somit hätte er ablösefrei nach Mailand wechseln können. Doch Fejzic erlag nicht den Verlockungen des ehemaligen europäischen Spitzenklubs, sondern verlängerte seinen auslaufenden Vertrag bei den Löwen bis zum 30. Juni 2020 und setzte damit ein deutliches Zeichen, dass er sich in Braunschweig wohl fühlt. Den Grund für seine Entscheidung lieferte er gleich mit: „Ich habe bei der Eintracht unterschrieben, weil ich hier immer das Vertrauen gespürt habe.“

Am 1,98 m großen Torwart-Riesen lag es jedenfalls nicht, dass die „Löwen“ nach einem starken Jahr letztlich mit leeren Händen dastehen. Mit ähnlich starken Leistungen in der kommenden Saison 2017/18 kann er aber dazu beitragen, dass die Norddeutschen bei dem erneuten Versuch das Ziel erste Bundesliga erreichen.