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Julio Cesar

Julio Cesar: Der 1:7-Torhüter geht in Rente

Von Artur Stopper in Blickpunkte

Zweifellos war Julio Cesar über viele Jahre einer der besten Torhüter der Welt. Nun hat der Brasilianer seine glanzvolle Karriere mit 38 Jahren beendet. Sein letztes Spiel gewann er am vergangenen Samstag mit seinem Club Flamengo im Maracaná-Stadion in Rio de Janeiro mit 2:0 gegen América aus Minas Gerais. Nach dem Abpfiff wurde der 38-Jährige von seinen Mannschaftskameraden auf Schultern getragen und von den Fans auf den Tribünen gefeiert.

Größte Erfolge mit Selecao und Inter Mailand

Vom August 2007 bis zur WM 2014 war Cesar die Nummer eins der brasilianischen Nationalmannschaft. 87 Länderspiele absolvierte er in dieser Zeit für die Selecao. Große Erfolge mit diesem Team säumen seinen Weg: Brasiliens Copa-America-Triumph 2004 oder die Confed-Cup-Erfolge 2009 und 2013. Seine größten Erfolge feierte er aber als Stammtorhüter des italienischen Spitzenklubs Inter Mailand. Fünf Meisterschaften und drei Pokalsiege sowie 2010 den Gewinn der Champions League (2:0 gegen Bayern München) stehen in dieser Zeit zu Buche. Während der Zeit bei den Norditalienern galt er zusammen mit Iker Casillas (Real Madrid) und Gianluigi Buffon (Juventus Turin) als einer der besten Torhüter der Welt. 2009 belegte er bei der alljährlich stattfindenden Wahl zum Welttorhüter des Jahres Rang drei, ein Jahr später den zweiten Platz. Auch nach seinem Wechsel zu Benfica Lissabon im Jahre 2014 blieben die sportlichen Erfolge nicht aus. In Portugal wurde er zweimal Meister und einmal Pokalsieger. Nach 13 Jahren im Ausland war Júlio César Anfang Januar nach Brasilien zu seinem Heimatklub CR Flamengo zurückgekehrt.

Julio Cesar am  01.10.2014 im Spiel gegen Bayer 04 Leverkusen.

Der Makel von 2014

Doch auch Cesars Sportlerleben blieb von Misserfolgen nicht verschont. Auf ewig wird sein Name aber mit einem Ereignis verbunden sein, das die Brasilianer am liebsten aus ihrem Gedächtnis streichen würden. Er war der Torhüter bei der legendären 1:7-Niederlage im Halbfinale gegen Deutschland bei der WM 2014 im eigenen Land. Der Bedeutung dieser Niederlage als unvergessene Schmach für sein Land ist sich Julio Cesar durchaus bewusst. „Wenn ich einmal sterbe, wird es in den Nachrichten heißen: Júlio César ist tot - der Torwart des 1:7", sagte der Fußballer erst vor kurzem.