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Kevin Müller

Kevin Müller: Der Senkrechtstarter der 2. Liga

Von Artur Stopper in Blickpunkte

Einen besseren Vertrauensbeweis hätte Kevin Müller nicht bekommen können. Sein derzeitiger Klub, der Zweitligist FC Heidenheim, verlängerte seinen ursprünglich bis 2018 gültigen Vertrag vorzeitig bis 2020. Die vorzeitige Verlängerung deutet auf großes Vertrauen in Müller hin, das sich dieser derzeit mit ausgezeichneten Leistungen redlich verdient hat. Seine sportlichen Werte können sich sehen lassen. In der laufenden Saison stand Müller an jedem der 16 Spieltage in der Startelf des derzeitigen Tabellenvierten, kein anderer Zweitliga-Torwart hielt seinen Kasten häufiger sauber als Müller, der schon achtmal zu null gespielt hat. Seinen kicker-Notenschnitt von 2,88 toppen aktuell nur zwei andere Schlussmänner. Dass der FC Heidenheim mit nur 14 Gegentreffern die beste Abwehr der zweiten Liga bildet, ist auch ein Verdienst des 25-jährigen Keepers. Kevin Müller fühlt sich ganz offensichtlich wohl zwischen den Pfosten des 1. FC Heidenheim.

Der Verlauf seiner Karriere

Dabei verlief seine bisherige Karriere nicht immer so senkrecht nach oben, wie es sich der gebürtige Rostocker wohl gewünscht hatte, als er seine Profi-Karriere 2010 bei seinem Ausbildungsverein Hansa Rostock begann. Siebenmal war er für die U20-Nationalmannschaft aufgelaufen und schaffte mit gerade mal 19 Jahren nach einer Verletzung des damaligen Stammtorhüters Jörg Hahnel den Sprung aus dem Nachwuchs der Rostocker ins Tor der Profis. 64 Einsätze für Hansa in der zweiten und dritten Liga folgten.

Die Zeichen standen auf einen schnellen Aufstieg. Im Juni 2013 heuerte er bei der U23 des damaligen Bundesligisten VfB Stuttgart an, die damals ebenso wie Hansa in der dritten Liga spielte. Es sollte wohl ein entscheidender Schritt nach oben werden. Beim den Schwaben wechselte er sich aber mit anderen Torhütern ab, so dass er nur auf 15 Einsätze im Reserveteam der Schwaben kam. Der Sprung zum Bundesligateam der Schwaben blieb ihm verwehrt. Um Stammtorhüter zu werden und somit mehr Einsätze zu bekommen, wurde Müller vom VfB Stuttgart an den damaligen Ligakonkurrenten FC Energie Cottbus ausgeliehen. Für die Lausitzer bestritt der 1,90 Meter große Schlussmann 37 Partien und blieb 13 Mal ohne Gegentreffer. Der Wechsel zahlte sich für beide Parteien aus. Er war zweifellos einer der Leistungsträger im Team der Ostdeutschen, mit seinen guten Leistungen rückte er wieder ins Blickfeld anderer Vereine.

Der Wechsel nach Heidenheim

Im Sommer 2015 wechselte er vom FC Energie Cottbus nach Heidenheim, nachdem er seinen noch bis 2016 laufenden Vertrag beim VfB Stuttgart gelöst hatte. „Kevin Müller ist ein Torhüter, der trotz seines jungen Alters schon eine gewisse Erfahrung mitbringt. Deshalb freuen wir uns, dass er uns auf dieser Position künftig verstärken wird", äußerte sich FCH-Geschäftsführer Holger Sanwald zu den Gründen für die Verpflichtung Müllers. In seiner ersten Saison bei den Ostälblern blieb ihm aber zunächst nur die Rolle als Nummer zwei hinter Jan Zimmermann, unbestritten einem der besten Torhüter der zweiten Liga in der abgelaufenen Saison. Erst als dieser sich am Saisonende 1860 München anschloss, war der Weg frei für Kevin Müller. Der 25-Jährige nutzte seine Chance und ist seither die unumstrittene Nummer eins beim Zweitligisten. In der kicker-Rangliste Winter 2016/17 belegte er Rang drei in der Kategorie "Herausragend". Mit einer Quote von 81,7 % wehrte er mehr Schüsse ab als jeder andere Torhüter der zweiten Liga. Auch in der Spieleröffnung gehören seine Werte zu den besten der Liga.

Neue Konkurrenz

In der Winterpause hat der Zweitligist von der Ostalb nun Vitus Eicher vom Ligakonkurrenten 1860 München unter Vertrag genommen. Der gebürtige Münchener war seit dieser Saison nur noch die Nummer drei bei den Löwen und wollte deshalb nach 16 Jahren seinen Jugendverein verlassen, obwohl er noch Vertrag bis 2017 hatte. Möglicherweise läuft er auch bei den Ostälblern Gefahr, sich mit einem Platz auf der Ersatzbank begnügen zu müssen. Denn mit Kevin Müller muss er einen der wohl momentan besten Torhüter der zweiten Liga verdrängen. Aber „Times they are a changing“, um es mit Bob Dylan zu sagen, Zeiten ändern sich. Mit dieser Hoffnung muss Vitus Eicher wohl leben.