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Kevin Trapp

Kevin Trapp: Gerät seine Karriere ins Stocken?

Von Artur Stopper in Blickpunkte

Eigentlich konnte man Kevin Trapps Wechsel von Eintracht Frankfurt zum französischen Spitzenklub Paris St. Germain im Sommer 2015 als gelungen bezeichnen. Auf Anhieb hatte er sich bei den Hauptstädtern gegen seinen Konkurrenten, den italienischen Nationaltorhüter Salvatore Sirigu, durchgesetzt und war als Stammtorwart gesetzt. Mit nur 19 Gegentreffern und mehr als 30 Punkten Vorsprung wurde Paris St.Germain souverän Meister in Frankreich. Auch wenn der 26-jährige Keeper in den meisten Spielen durchaus überzeugen konnte, ganz frei von Fehlern blieb er nicht. Trotzdem setzte Ex-Trainer Laurent Blanc auf dem talentierten Deutschen, der auch in den Kader-Planungen von Bundestrainer Joachim Löw zur EM 2016 eine Rolle spielte. Mehrfach äußerte sich der Bundestrainer positiv über die Entwicklung Trapps. „Er steht bei uns im Blickfeld“, bestätigte Joachim Löw. Beim EM-Qualifikationsspiel gegen Gibraltar in Faro stand Trapp schon als dritter Torwart auf Abruf bereit. Zur aktuellen Saison 2016/17 hat sich beim französischen Meister einiges verändert. Superstar Zlatan Ibrahimovic wurde an Manchester United verkauft, Meistertrainer Laurent Blanc durch den Spanier Unai Emery ersetzt, der mit dem FC Sevilla als bisher einziger Trainer dreimal in Folge die Europa League gewann.

Trotzdem schien zunächst auch in dieser Saison für Kevin Trapp alles seinen gewohnten Lauf zu nehmen. Er bestritt die ersten drei Meisterschaftsspiele der neuen Saison. Aber Trapps Darbietungen entsprachen offensichtlich nicht der Erwartungshaltung des neuen PSG-Trainers. Nachdem der deutsche Keeper beim AS Monaco drei Gegentreffer hinnehmen musste und beim 1:1 in St.Etienne in der Nachspielzeit den Gegentreffer verschuldete, war Emerys Geduld aufgebraucht. Er entschloss sich, an Trapps Stelle den 23-jährigen Franzosen Alphonse Areola zwischen die Pfosten zu stellen. Der 1,91 m große Schlussmann wurde in Paris geboren und in der Jugend von St.Germain ausgebildet. Um sich über Spielpraxis weiter zu entwickeln, liehen ihn die PSG-Verantwortlichen in den vergangenen drei Jahren aus: an den RC Lens, den SC Bastia und an den FC Villarreal, einen Ligakonkurrenten von Emerys Ex-Arbeitgeber FC Sevilla. Weil der junge Franzose in der Primera Division durchaus überzeugte, wurde er zu Beginn der Saison zu seinem Heimatverein Paris St-Germain zurückgeholt.

Nun scheint die Zeit gekommen zu sein, ihm die Verantwortung im PSG-Kasten zu übertragen. Die Daten sprechen für ihn. Mit Areola gewannen die Hauptstädter alle Spiele, außer dem Spiel am vergangenen Freitag in Toulouse, das PSC mit 0:2 verlor. Auch wenn Emery bei dem Torwartwechsel angekündigt hatte, „von Spiel zu Spiel zu entscheiden“, sieht es nicht danach aus, dass der PSG-Coach seine Meinung in absehbarer Zeit ändern könnte. Emerys Aussagen vor dem Spiel gegen Toulouse deuten jedenfalls darauf hin. „Ich habe das Gefühl, dass Alphonse besser für die Mannschaft ist. Er hat sich sehr gesteigert. Wir haben die Saison mit Kevin begonnen. Er hat gut gespielt, aber jetzt ist die Zeit, Alphonse zu vertrauen“, sagte der Spanier. Besonders verwundert dürfte Kevin Trapp aber über die Begründung Emerys für den Torwartwechsel gewesen sein. „Ich will, dass das PSG-Tor sicher ist.“ Dieser Affront gegen Kevin Trapp zeigt, dass Unai Emerys Vertrauen in die Künste des 26-jährigen Deutschen begrenzt ist. Ein bisschen Hoffnung kann Trapp aber weiterhin haben. „Ich rede nie von einer Nummer 1 oder Nummer 2", sagte Emery nach dem Sieg gegen Dijon: „Ich vertraue beiden Torhütern. Trapp hat die Saison begonnen, aber letzte Woche habe ich gedacht, es wäre besser, Areola mein Vertrauen zu schenken." Die Zukunft wird zeigen, welche Rolle Kevin Trapp in den Überlegungen des spanischen Trainers spielen wird.