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Loris Karius

Loris Karius: Auf dem Weg zu alter Klasse

Von Artur Stopper in Blickpunkte

Es läuft gut für Jürgen Klopps Verein FC Liverpool. Nach fünf Siegen und zwei Unentschieden in der Meisterschaft belegen die „Reds“ aktuell den vierten Tabellenplatz mit nur zwei Punkten Rückstand auf Tabellenführer Manchester City. Auch im League Cup setzten sie sich mit einem 3:0 beim Zweitligaverein Derby County durch. Nicht gang unbeteiligt an dieser Entwicklung ist der Ex-Mainzer Loris Karius.

Vor der Saison wechselte der 23-jährige ehemalige U21-Nationaltorwart für 6,2 Millionen Euro vom Bundesligisten Mainz 05 in die englische Premier League zum FC Liverpool. Er sollte ein Garant für Sicherheit zwischen den Pfosten der „Reds“ werden. Diese hatten die Verantwortlichen in der Saison zuvor vermisst, denn der Belgier Simon Mignolet leistete sich immer wieder einfache Fehler und kostete den Liverpoolern in der Endabrechnung einige Punkte und Tabellenplätze. Deshalb sollte Loris Karius als klare Nummer eins in die Saison gehen. Doch das Schicksal meinte es nicht gut mit ihm. Bei einem Testspiel gegen den FC Chelsea während der USA-Reise brach sich Karius bei einem Zusammenprall mit Teamkollege Dejan Lovren die rechte Hand. „Das ist nicht cool für uns, das ist nicht cool für den Jungen. Jeder weiß: Eine gebrochene Hand ist nicht gerade das Beste, was ein Torhüter haben kann“, sagte Klopp damals. Eine siebenwöchige Zwangspause für Loris Karius war die Folge.

Nun ist der Ex-Mainzer wieder zurück. Trainer Jürgen Klopp hat sich zunächst gegen Simon Mignolet und für Karius als Nummer eins im Tor des FC Liverpool entschieden. Bereits in seinem ersten Pflichtspiel nach vier Monaten hielt der Keeper fehlerfrei und sicherte Liverpool mit mehreren starken Paraden den Sieg über Derby County. Der 23-jährige Keeper zeigte sich ebenfalls hoch erfreut über seine Rückkehr. Auf Instagram schrieb er: „Es ist ein unbeschreibliches Gefühl, zurück zu sein. Kein Gegentor, nächste Runde erreicht, erfolgreiches Comeback – es könnte nicht besser sein“. Auch beim Tabellen-17. Swansea City siegten die Reds mit Loris Karius zwischen den Pfosten nach 0:1-Pausenrückstand noch mit 2:1. Noch nicht ganz überzeugt von den Stärken des Deutschen ist hingegen die Liverpool-Legende John Aldridge. „Jürgen Klopp steht eine interessante Entscheidung darüber bevor, wer in zwei Wochen gegen Manchester United im Tor spielen wird", schrieb Aldridge in seiner Liverpool Echo Spalte. Er bemängelte die Nervösität des jungen Keepers: „Karius ist noch ein junger Bursche.

Er wird Zeit brauchen, und er war ein bisschen nervös, was ich gesehen habe“, fügte der ehemalige Reds-Stürmer an. Für ihn konnte Karius in den letzten Spielen nicht nachweisen, dass er besser ist als sein belgischer Konkurrent Simon Mignolet. Von zahlreichen englischen Medien wurde der ehemalige Mainzer hingegen nach dem Spiel gegen Derby County für seine Leistung überschwänglich gelobt und als unumgängliche neue Nummer 1 ausgerufen. Ganz so weit möchte sich Jürgen Klopp noch nicht aus dem Fenster lehnen. Im Interview mit der englischen Zeitung "Liverpool Echo" äußerte sich der Cheftrainer vor dem Spiel gegen Hull City diplomatisch zur Rolle von Loris Karius als mögliche neue Nummer eins: "Es gibt unterschiedliche Herangehensweisen. Wir könnten sagen: Loris hatte das Spiel gegen Derby. Aber war es eine echte Herausforderung für einen Torhüter? Nicht wirklich, also geben wir ihm das Heimspiel gegen Hull City. Was würde das für Simon bedeuten? Es könnte nichts bedeuten." Weiter führte der 49-Jährige aus: "Wir könnten aber auch sagen, vor der Länderspielpause geben wir Loris ein Heimspiel und Swansea im Auswärtsspiel, dann hatten beide die Möglichkeit, ihr Können zu zeigen." Eine klare Entscheidung für Karius und gegen Mignolet scheint damit zumindest offiziell noch nicht gefallen zu sein. Wenn Loris Karius aber in den nächsten Wochen zu seiner gewohnten Ausstrahlung und Sicherheit wie in Mainzer Zeiten zurückfindet, wird Klopp auf den 23-jährigen Schlussmann nicht verzichten können.