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Lukas Hradecky

Lukas Hradecky: Wie sieht seine Zukunft aus?

Von Artur Stopper in Blickpunkte

Vertraglich ist Lukas Hradecky eigentlich noch bis zum 30. Juni 2018 an Eintracht Frankfurt gebunden. Aber bereits jetzt spielt das Thema Vertragsverlängerung mit dem 27-jährigen Schlussmann der Hessen eine Rolle. Immerhin ist er der Leistungsträger im Team der Frankfurter. Die Eintracht-Verantwortlichen würden den Kontrakt mit dem 34-maligen finnischen Nationaltorwart und Publikumsliebling deshalb gerne verlängern. Doch der Topspieler im Eintracht-Team ist sich nicht mehr so sicher, ob seine Zukunft in Frankfurt liegt. Er macht keinen Hehl daraus, dass er zukünftig gerne international spielen würde. „Wenn ein guter Klub kommt, muss ich überlegen“, ließ er in der vergangenen Woche verlauten, und fügte hinzu: „Die Eintracht ist auf einem guten Weg. Aber ich weiß nicht, ob wir jedes Jahr um die europäischen Plätze spielen können."

Enttäuschter Torwart Lukas Hradecky nach der Niederlage gegen FreiburgDieser Zweifel sind sicherlich berechtigt. Zwar liegt die Eintracht im Moment in der Bundesliga-Tabelle auf dem 7. Tabellenplatz und macht sich berechtigte Hoffnungen auf einen Platz unter den ersten sieben Mannschaften, was der Zugang zum internationalen Spielbetrieb wäre. Ob Eintracht Frankfurt aber momentan schon die Klasse besitzt, sich längerfristig im oberen Viertel der Bundesliga-Tabelle zu behaupten und alljährlich um die europäischen Plätze mitzuspielen, darf bezweifelt werden. Wahrscheinlicher erscheint, dass die Hessen im Moment von einer Woge der Begeisterung getragen werden, die wieder abflachen kann. Die Zukunft wird es zeigen. Die außerordentlich guten Leistungen Hradeckys sind jedenfalls anderen Vereinen nicht verborgen geblieben. Auch Eintracht-Sportchef Fredy Bobic zählt Hradecky inzwischen zu den „Top-Five der Bundesliga“. Deshalb macht sich der finnische Nationaltorwart intensive Gedanken um seine weitere sportliche Zukunft. Mit 27 Jahren befindet er sich in einem Alter, wo „die besten Jahren“ noch vor ihm liegen. Den Anspruch internationaler Klasse hat er bereits nachgewiesen. Deshalb ist es durchaus verständlich, dass er regelmäßig international spielen will.

Als der finnische Nationaltorhüter im Sommer 2015 in die Bundesliga zu Eintracht Frankfurt wechselte, war der Name des damals 25-jährigen Keepers nur wenigen Fußballfans und Experten in Deutschland bekannt. Von 2013 bis 2015 hatte Hradecky in Kopenhagen in der dänischen Liga für Bröndby IF gespielt. Nach seinem Wechsel nach Frankfurt avancierte der neue Schlussmann der Eintracht zu einem absoluten Leistungsträger im Team. Mit einem Notendurchschnitt von 2,91 führt er aktuell die Kicker-Rangliste des Teams von Eintracht Frankfurt wieder an.

Lukas Hradecky im Spiel gegen den Hamburger SV am 18.03.2017Dass sich ein Torhüter seiner Qualität Gedanken darüber macht, welchen nächsten Karriereschritt er nehmen will, ist verständlich. Diesen Schritt muss sich Hradecky allerdings gut überlegen. Der Keeper fühlt sich wohl in der hessischen Metropole, er erfährt große Anerkennung im Umfeld des Vereins und ist die klare Nummer ein im Team. Sicherlich kennt er das Risiko, das jeder Vereinswechsel in sich birgt. Schnell kann er den Status der Nummer eins einbüßen und sein Dasein auf der Ersatzbank fristen. Beispiele dafür gibt es genügend. Absolute Top-Torhüter des vergangenen Bundesliga-Saison wie Loris Karius (FC Liverpool) oder Ron-Robert Zieler (Leicester City) sind in der englischen Premier League überwiegend zu Bankdrückern geworden. Hradecky selbst ist sich auch nicht ganz sicher, ob die Premier League ein Weg für ihn wäre: „Vielleicht passe ich nicht zur Premier League, das ist nie mein Traumziel gewesen", meinte der Finne dazu.

Klar ist allerdings eines: Sollte sich Hradecky bis zum Sommer nicht zu einer Vertragsverlängerung entschließen können, müsste ihn Frankfurt verkaufen, um der Gefahr aus dem Weg zu gehen, den Torwart 2018 ablösefrei zu verlieren. Diese Summe möchte sich der Verein sicherlich nicht entgehen lassen. Sein aktueller Marktwert beträgt laut transfermarkt.de 4,5 Millionen Euro. Bei einer vorzeitigen Auflösung des Vertrages am Ende dieser Spielzeit ließe sich der Betrag noch deutlich steigern.

In der momentan „schlechten Phase“ des Klubs mit fünf Niederlagen in Folge und einem Unentschieden gegen den HSV am vergangenen Wochenende hat der 27-jährige Schlussmann aber keine Eile. In Ruhe kann er sich in den nächsten Wochen betrachten, wohin der Weg der Eintracht führt. Sicherlich würde ihm eine Vertragsverlängerung leichter fallen, wenn die Eintracht weiterhin auf Europa-League-Kurs segeln würde. Vielleicht gibt es aber auch einen Weg, den Kevin Trapp, sein Vorgänger in Frankfurt, vorgemacht hat. Im Februar 2015 verlängerte der PSG-Torhüter seinen Vertrag in Frankfurt vorzeitig um drei Jahre bis 2019, wenige Monate später unterschrieb er in Paris.