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Manuel Neuer

Manuel Neuer: Der neue DFB-Kapitän

Von Artur Stopper in Blickpunkte

Was viele Experten bereits vermutet hatten, ist nun offiziell. Bundestrainer Joachim Löw hat Manuel Neuer zum neuen Kapitän der deutschen Fußball-Nationalmannschaft bestimmt. Er übernimmt das Amt von Bastian Schweinsteiger nach dessen Rücktritt aus der Nationalmannschaft. Überraschend war die Entscheidung nicht, denn Neuer hatte den verletzten Schweinsteiger ja schon bei der Europameisterschaft in Frankreich in fünf von sechs Spielen als Kapitän vertreten. "Für mich ist Manuel Neuer der logische Nachfolger von Bastian Schweinsteiger", begründete Löw deshalb seine Entscheidung. Der Torhüter des FC Bayern würde alles mitbringen, "was ich mir von einem Spielführer wünsche".

Doch was bringt Manuel Neuer eigentlich mit, was ihn zu diesem Amt befähigt?

Seine sportlichen Leistungen seien überragend, so Löw. Dem ist nichts mehr hinzuzufügen. Seit Jahren überzeugt Manuel Neuer durch überragende Leistungen und war maßgeblich an den Erfolgen des DFB-Teams beteiligt. Allein seine viel gerühmte Leistung im WM-Spiel gegen Algerien verhinderte ein frühes Ausscheiden der deutschen Nationalmannschaft bereits im Achtelfinale. Neuer hatte entscheidend mitgeholfen, den Weltmeistertitel in Brasilien festzuhalten. Seit Jahren liefert er absolute Höchstleistungen ab und ist deshalb zweifellos unter sportlichen Aspekten in hohem Maße für das Amt geeignet. Obwohl Manuel Neuer in den vergangenen drei Jahren jeweils zum Welttorhüter ausgezeichnet wurde, ist er von ausgeprägten Extravaganzen und Allüren, wie sie unter seinen Vorgängern im Tor des DFB-Teams manchmal üblich waren, meilenweit entfernt. „Er ist ein Teamplayer und ein absolutes Vorbild", lobte ihn der Bundestrainer.

Ein weiterer Aspekt kommt laut Löw als Gesichtspunkt für die Benennung Neuers als Kapitän hinzu, nämlich „seine großen menschlichen Qualitäten. „Er übernimmt Verantwortung. Er geht voran. Dabei ist er ruhig und besonnen. Manuel wirkt nach innen und nach außen. Im Kreis des Teams ist er hoch angesehen, sein Wort hat Gewicht “, führte der Bundestrainer weiter aus. Der Respekt der Mitspieler ist eine Grundvoraussetzung dafür, dass sein Wort Gewicht hat auf dem Platz. Die Auszeichnung nahm er so an, wie es auch sonst seine Art ist: ruhig, bescheiden und sachlich. „Für mich ist es eine große Ehre. Es macht mich stolz, Kapitän der Mannschaft zu sein. Wir wissen aber alle, dass wir auf dem Platz mehrere Führungsspieler benötigen, wenn wir Erfolg haben wollen. Die entscheidenden Dinge werden ohnehin im Mannschaftsrat besprochen und gemeinsam beschlossen“, äußerte er sich zu seinem neuen Amt. Natürlich wisse er, dass das Kapitänsamt große symbolische Bedeutung habe. Und er freue sich sehr über das Vertrauen, das ihm der Bundestrainer damit schenke.

Auf die Frage, ob ein Torhüter überhaupt aufgrund seiner Position als Spielführer geeignet sei, hatte sich Neuer schon vor längerer Zeit klar positioniert. Er sehe keinen Nachteil darin, wenn ein Torhüter die Kapitänsbinde der deutschen Nationalmannschaft trägt. Wenn man die WM 2014 in Brasilien betrachtet, könnte man sogar den Eindruck gewinnen, dass Torhüter im besonderen Maße geeignet sind, die Rolle des Mannschaftskapitäns zu übernehmen. Von den 32 WM-Teams führten immerhin sechs Torhüter ihre Teams als Kapitän an, nämlich Iker Casillas (Spanien), Gianluigi Buffon (Italien), Hugo Lloris (Frankreich), Noel Valladares (Honduras), Vincent Enyeama (Nigeria) und Claudio Bravo (Chile). Möglicherweise dürfte Manuel Neuer dieses Amt über die Weltmeisterschaft 2018 in Russland hinaus noch viele Jahre begleiten. Denn momentan sieht es nicht so aus, als könnte es einem jüngeren Konkurrenten in absehbarer Zeit gelingen, den Dreißigjährigen aus dem deutschen Tor zu verdrängen.