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Marian Unger

Marian Unger: Trainingstorhüter ohne Einsätze

Von Artur Stopper in Blickpunkte

Täglich steht er auf dem Trainingsplatz beim Drittligisten Chemnitzer FC. Egal, wie gut seine Leistungen in den Trainingseinheiten sind, eine Chance auf einen Einsatz in einem Punktspiel wird er trotzdem nie erhalten, denn Marian Unger ist von den Chemnitzern nur als „Trainingstorhüter“ verpflichtet.

Zu dieser außergewöhnlichen Aktion kam es, nachdem sich Stammtorhüter Kevin Kunz Anfang Februar an der Schulter verletzt hatte und deshalb längerfristig ausfiel. Da die Sachsen mit Kevin Kittel nur noch einen Torhüter im Kader hatten und U19-Schlussmann Lucas Hiemann nicht ständig für die Trainingseinheiten der Profis zur Verfügung stand, mussten die Verantwortlichen handeln. „Um einen seriösen Trainingsablauf zu gewährleisten, müssen mindestens zwei Torhüter dabei sein. Deshalb haben wir gehandelt und Marian angesprochen, ob er uns vorübergehend helfen kann", äußerte sich Cheftrainer David Bergner zur Vertrag auf Zeit für den 34-jährigen Marian Unger, dessen Engagement am Saisonende wieder beendet sein wird. Eine kurzfristige Verpflichtung des 34-Jährigen für den Punktspielbetrieb ließen die Statuten des DFB nicht zu. „Das Transferfenster ist seit 31. Januar definitiv geschlossen. Und so dürfen wir nicht einmal handeln, wenn wie in unserem Fall ein Torwart wegen einer schweren Verletzung ausfällt", erklärte Sportvorstand Steffen Ziffert die Situation.

Erfahrung für den Aushilfsjob bringt der 34-jährige Schlussmann genügend mit. Nach weniger erfolgreichen Jahren im bezahlten Fußball beim VfL Osnabrück und dem FC Magdeburg, wo er sich mit der Rolle auf der Ersatzbank begnügen musste, konnte er sich bei den Vereinen SV Babelsberg und FSV Zwickau als Stammtorhüter durchsetzen. Mit beiden Klubs gelang ihm in dieser Rolle der Aufstieg in die dritte Liga. Nach einem kurzen Intermezzo beim Oberligisten VFC Plauen wechselte er in der Winterpause zu Thüringen Weida in die Thüringenliga. Da er mit diesem Team Wochenende für Wochenende unterwegs ist, konnte er bisher noch kein Spiel seiner neuen Trainingspartner vor Ort verfolgen.

Obwohl Marian Unger als 20-Jähriger zum Probetraining zu den Bayern-Profis unter der Regie von Felix Magath eingeladen worden war, reichte es für ihn nicht zur ganz großen Karriere. Eine gute Voraussetzung bringt Unger aber mit. „Neben Babelsberg und Zwickau war ich auch in Osnabrück, Jena und Magdeburg aktiv. Mit keiner Mannschaft bin ich abgestiegen“, betrachtet Unger seine Verpflichtung als gutes Omen. Sollte dieses Gesetz der Serie ein weiteres Mal anhalten, wäre Unger allein als Glücksbringer für die Sachsen Gold wert. Der augenblickliche Punktestand legt aber eher die Vermutung nahe, dass Ungers Lauf in dieser Spielzeit zu Ende gehen könnte.