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Michael Langer

Michael Langer: Überraschende Rückkehr in die Bundesliga

Von Artur Stopper in Blickpunkte

Michael Langer ist zurück in der Bundesliga. Der Österreicher erhält beim FC Schalke 04 einen Zweijahresvertrag bis zum 30. Juni 2019.Etwas überraschend war die Verpflichtung Langers als Schalkes Nummer drei schon. Nicht viele Beobachter der Szene hatten den 32-Jährigen auf der Rechnung. Klar war, dass Schalke 04 nach den Abgängen von Timon Wellenreuther (Willem II Tilburg) und Fabian Giefer (FC Augsburg) auf der Suche nach einem weiteren Torhüter neben Stammtorwart Ralf Fährmann und Ersatzkeeper Alexander Nübel war. Offen war noch, ob die Verantwortlichen des Bundesligisten auf einen jungen Torhüter mit Perspektive oder auf einen erfahrenen Torhüter als Nummer drei setzen wollten. Letztlich gaben die Königsblauen mit der Verpflichtung von Langer einem erfahrenen Torwart den Zuschlag.

Michael Langers sportlicher Weg

Michael Langer im Training am 08.08.2017Lange hatte man von Michael Langer in Deutschlands Medien nichts mehr gehört. Erst Ende Juli nahm man seinem Namen wieder wahr, als der vereinslose Keeper Hertha BSC in der Saisonvorbereitung aushalf, nachdem deren Torhüter allesamt verletzungsbedingt ausfielen. Immerhin hatte sich Michael Langer bereits im Januar 2008 aus der ersten Bundesliga verabschiedet, weil er sich bei seinem Ausbildungsverein VfB Stuttgart sowohl gegen Timo Hildebrand als auch gegen Raphael Schäfer nicht durchsetzen konnte. Mit dem VfB Stuttgart errang Langer zwar 2007 die deutsche Meisterschaft, aber mit nur einem Pflichtspieleinsatz, als er den verletzten Hildebrand vertreten musste. Deshalb wechselte er 2008 zum ambitionierten Zweitligisten SC Freiburg. Aber auch dieser Wechsel brachte ihm nicht den ersehnten Erfolg, denn bei den Breisgauer musste er nach einigen Patzern ebenfalls wieder auf der Ersatzbank Platz nehmen. Mit dem SC Freiburg wurde er zwar 2009 Zweitligameister, sein eigener sportlicher Weg verlief aber weiter abwärts, weil er nur noch Einsätze im Regionalteam der Freiburger bekam. So versuchte er einen neuen Anlauf in der zweiten Bundesliga und wechselte zur Saison 2010/11 zum FSV Frankfurt. Nach einer Schwächephase des damaligen Stammtorhüters Patric Klandt kam Michael Langer zu fünf Einsätzen am Ende der Saison. In der darauf folgenden Saison musste er aber seinen Platz zwischen den Pfosten wieder an Klandt abgeben

Im Sommer 2012 wagte er einen neuen Versuch beim Zweitliga-Aufsteiger SV Sandhausen. Aber auch bei den Nordbadenern wurde er mit nur fünf Einsätzen nicht glücklich. Nachdem er in Sandhausen nur noch vierter Torwart war, wechselte er im April 2014 zu Vålerenga Oslo, wo er einen Vertrag bis zum Ende der laufenden norwegischen Erstligasaison erhielt, der dann bis Dezember 2015 verlängert wurde. Dort nahm er erstmals die Rolle ein, die er sich so sehr wünschte: Er wurde Stammtorhüter. Trotzdem unterzeichnete Langer am 1. Februar 2016 einen Vertrag beim US-amerikanischen North American Soccer League-Franchise Tampa Bay Rowdies, kehrte aber nach nur einem halben Jahr nach Europa zurück und schloss sich im Juli 2016 dem amtierenden schwedischen Meister IFK Norrköping an. Dort setzte er sich schnell als Nummer eins durch. Allerdings konnten sich Verein und Spieler nicht auf eine Verlängerung des auslaufenden Kontraktes einigen. Plötzlich war er wieder vereinslos. So wurde der Weg frei für Schalke 04.

Gründe für Langers Verpflichtung

Beim FC Schalke 04 hatte man lange darüber nachgedacht, als neuen dritten Keeper ein junges Talent mit Perspektive zu verpflichten, sich dann aber für einen Mann mit Erfahrung entschieden. Gegenüber dem Kicker erklärte Sportvorstand Christian Heidel die Gedanken, die hinter der Entscheidung zugunsten des 32-jährigen Michael Langer steckten. "Wir haben uns für einen Erfahrenen entschieden, weil wir einen dritten Torwart brauchen, der akzeptiert, dass er eher nicht zum Zuge kommen wird, den wir jedoch angesichts seiner Qualität bedenkenlos ins kalte Wasser werfen können, wenn plötzlich mal Not am Mann ist", sagte Heidel dem Kicker. Außerdem müsse Langer die beiden anderen Torhüter in „gewisser Weise mitcoachen – und dabei Freude ausstrahlen“.

Michael Langer im Training am 08.08.2017

Die Verpflichtung Michael Langers ist eine Win-win-Situation für beide Seiten. Den großen Karrieresprung wird der 32-jährige Österreicher wohl nicht mehr erwarten. Aber immerhin sichert ihm dieser Vertrag zwei weitere wahrscheinlich gut bezahlte Profijahre in einem interessanten Umfeld. Schalke hingegen kann sich auf einen erfahrenen Keeper verlassen, der als dritter Torhüter nur in Notsituationen bereit stehen muss, mit der ihm zugedachten Rolle zufrieden ist und aufgrund fehlender Ansprüche keine Unruhe in der Mannschaft verbreiten wird.