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Raphael Wolf

Raphael Wolf: Leistungsträger auf Zeit

Von Artur Stopper in Blickpunkte

Ein bereits Abgeschriebener macht zurzeit beim Zweitligisten Fortuna Düsseldorf Schlagzeilen. Raphael Wolf, der im Sommer vom Bundesligisten Werder Bremen zum Landeshauptstadt-Klub gewechselt war, zeigt momentan bei den Rheinländern, warum er 48 Einsätze in der ersten Liga bei den Hanseaten vorweisen kann. Bei den Werderanern war die einstige Nummer eins ohne Zukunft und nach einer Hüftverletzung und mehreren Operationen sowie einigen Querelen auf das Abstellgleis geraten. In der vergangenen Saison 2016/17 wurde Wolf bei Werder eigentlich nur noch geduldet. Weil er sich gegen einen angedachten Wechsel sperrte, wurde der Schlussmann zur U23 geschickt. Dort durfte er aber nur trainieren, nicht spielen. Bei der Vorbereitung auf die Rückrunde musste er sogar in Bremen alleine trainieren, während sich die U23 im spanischen Alhaurin el Grande auf die Rückrunde vorbereitete. Für den 29-Jährigen war kein Platz mehr frei.

Rolle als Vertreter Rensings

So blieb ihm nur noch der Wechsel im Sommer dieses Jahres nach Düsseldorf. Dass sich Raphael Wolf mit der Rolle als Nummer zwei bei der Fortuna begnügen musste, war ihm sicherlich klar, als er den Vertrag unterschrieb. Schließlich ist dort seit Jahren die Position als Nummer eins mit Michael Rensing hervorragend besetzt. Der frühere Bayern-Keeper war in der vergangenen Saison stärkster Fortuna-Akteur und zählt seit Jahren zu den besten Torhütern in der zweiten Bundesliga. Trotz dieser schwierigen Ausgangssituation entschied sich Raphael Wolf dazu, seine Zelte in Düsseldorf aufzuschlagen. Seine Situation schätzte er vor der Saison ziemlich realistisch ein: „Es geht mir nicht darum, in der kommenden Saison immer von Anfang an zu spielen, aber dieser Vertrag, den ich bewusst nur für ein Jahr abgeschlossen habe, gibt mir die Chance, mich wieder heran zu kämpfen und entsprechend fit zu machen.“ Die Situation hat sich verändert. Weil Fortuna-Stammtorhüter Michael Rensing verletzt ist, bekommt Raphael Wolf Einsatzzeiten. Diese nutzt er, um Werbung in eigener Person zu machen. Trotzdem weiß er, dass er wieder ins zweite Glied rücken muss, sobald der 32-jährige Rensing einsatzfähig ist.

Raphael Wolf im Trainingslager am 03.07.2017

Warum zur Fortuna?

Der wohl entscheidende Grund für Wolfs Wechsel in die zweite Liga war Fortunas Torwarttrainer Claus Reitmaier, mit dem er bereits in seiner Zeit beim Hamburger SV zusammengearbeitet hatte. Der 53-jährige Reitmaier, der 335 Bundesligapartien für den VfL Wolfsburg, den Karlsruher SC, die Stuttgarter Kickers, den 1. FC Kaiserslautern und Borussia Mönchengladbach absolvierte, war überzeugt von Wolfs Talent und lotste ihn nach Düsseldorf. Eine Entscheidung, die die Fortuna nicht bereuen musste. Seit Wochen zeigte er großartige Leistungen, zuletzt am Montag beim 3:1-Sieg im Spiel gegen den MSV Duisburg. Mit einem gehaltenen Elfmeter und einigen Paraden war er der Vater des Sieges. Aktuell führt die Düsseldorfer Fortuna die Tabelle der zweiten Bundesliga an. Zweifellos ist Raphael Wolf der große Rückhalt dieses Teams. Es wird sich zeigen, wie lange Raphael Wolf mit seinen großartigen Leistungen noch zum Erfolg der Landeshauptstädter beitragen darf.