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Rene Adler

Rene Adler: Der Flieger findet deutliche Worte

Von Artur Stopper in Blickpunkte

Auch am achten Spieltag bleibt der Hamburger SV nach der Heimniederlage (0:3) gegen Eintracht Frankfurt auf einem Abstiegsplatz. Bereits im sechsten Spiel schossen dabei die Hanseaten kein Tor. Damit ging der Heimeinstand des neuen Cheftrainers Markus Gisdol gründlich daneben. Entsprechend enttäuscht reagierten die HSV-Fans, indem sie die Spieler bereits vor der Halbzeitpause gründlich auspfiffen. "Wir haben die Schnauze voll!", sangen sie in der zweiten Hälfte. Tausende Zuschauer verließen vorzeitig das Volksparkstadion. Die Fans auf der Nordtribüne drehten den Profis anschließend demonstrativ den Rücken zu.

In der Schlussphase konnten sich die Gastgeber noch bei Rene Adler bedanken, dass die Niederlage nicht noch höher ausfiel. Entsprechend enttäuscht reagierte der HSV-Schlussmann und nahm kein Blatt vor den Mund: „Wir lassen uns da abschlachten und ergeben uns – und das geht nicht. Eigentlich habe ich keine Lust, immer das Arschloch zu sein, das alles erklären muss. Ich habe keinen Bock, mich nach jedem Spiel auspfeifen zu lassen, das kotzt mich an“, sagte Adler im Anschluss dem TV-Sender Sky. „Das kann man einfach als Bundesliga-Mannschaft nicht machen. Wir haben alles vermissen lassen, was man braucht, um in der Bundesliga zu gewinnen.“ Wie sehr muss es in dem ansonsten besonnenen HSV-Keeper gebrodelt haben, dass er seine schäumende Wut kaum noch bremsen konnte und sich zu diesen überaus deutlichen Worten hinreißen ließ. Der aufgewühlte Ex-Nationaltorhüter war sich seines Gefühlszustandes bewusst: „Ich muss aufpassen, nicht absoluten Quark zu reden, weil mir einfach die Worte fehlen. Ich möchte auch nicht alles in Schutt und Asche legen.“

Am Schlussmann der Norddeutschen liegt es jedenfalls nicht, dass der HSV wohl einmal mehr auf eine schwierige Saison zusteuert. Seit Wochen überzeugt er mit guten Leistungen. Aber eigentlich war er mit anderen Zielen in die Saison gestartet: „Wir wollen mittel- und langfristig wieder ins europäische Geschäft“, betonte der Schlussmann vor der Saison als Ziel. Davon ist der HSV im Moment meilenweit entfernt. Inwiefern sich die momentane Situation der Traditionsklubs auf eine beabsichtigte vorzeitige Vertragsverlängerung mit Rene Adler auswirkt, wird sich zeigen. Die finanzielle Seite ist sicherlich ein wichtiger Aspekt bei einer Vertragsverlängerung. Bild berichtete, dass der Verein Adler einen neuen Vertag bei gleichzeitiger Reduzierung der Bezüge angeboten habe. Bisher verdient Adler rund 2,7 Millionen Euro. Für Adler wird es aufgrund seines Alters der wohl letzte große Vertrag sei. Deswegen positioniert er sich klar: „Ich kann nicht alles unterschreiben.“ Eine viel entscheidendere Rolle spielte für den 31-jährigen Schlussmann aber immer schon die sportliche Perspektive, denn Adler „will Erfolg haben“. Diese Perspektive sieht er beim Hamburger SV momentan sicherlich nicht. Mal sehen, ob sich der 31-Jährige unter diesen Umständen zu einer vorzeitigen Vertragsverlängerung entschließen wird.