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Rene Adler

Rene Adler: Weiterhin ein Teil der Bundesliga

Von Artur Stopper in Blickpunkte

Die gute Nachricht vorweg: Ex-Nationaltorhüter Rene Adler bleibt der Bundesliga erhalten. Nachdem der 32-jährige Torhüter seinen auslaufenden Vertrag beim HSV nicht verlängern wollte, hat er jetzt beim 1. FSV Mainz 05 angeheuert. Nach einem fünfeinhalbstündigen Medizincheck unterschrieb Adler am Donnerstag bei den Rheinhessen einen Zweijahresvertrag bis zum Sommer 2019.

Wechsel zu Mainz für viele überraschend

Was war nicht alles spekuliert worden, wohin sein Weg führen könnte, nachdem Rene Adler Ende Mai bekannt gegeben hatte, dass er seinen Vertrag beim Hamburger SV nicht verlängern werde. Von einem möglichen Wechsel zu den Bayern als Ersatztorwart hinter Manuel Neuer für den abwanderungswilligen Sven Ulreich oder von einer Rückkehr in seine Heimatstadt Leipzig zu Red Bull war die Rede, aber auch ein möglicher Wechsel in die Premier League stand im Raum. Nun ist es also Mainz 05 geworden, eine eher graue Maus im Bundesliga-Geschäft. Trotzdem ist der Keeper davon überzeugt, dass er die richtige Wahl getroffen hat. „Der Wechsel zu Mainz 05 ist für mich der richtige Schritt zur richtigen Zeit. Die ruhige und konzentrierte Atmosphäre im Verein passt zu mir, sportlich habe ich das Gefühl, dass hier etwas Spannendes entstehen kann“, sagte Adler. Er freut sich schon jetzt „auf ein neues Kapitel in meiner Karriere“. Wie er auf seiner Facebook-Seite bestätigt, gab es durchaus Angebote aus dem Ausland. Trotzdem entschied er sich für Mainz. Den Grund für seine Entscheidung für die Rheinhessen gab er ebenfalls preis:

Natürlich gab es auch lukrativere Angebote, zum Beispiel aus dem Ausland, aber mir ist vor allem Wertschätzung und Respekt sehr wichtig. Und der FSV hat mir ab der ersten Sekunde das Gefühl gegeben, dass er mich unbedingt will. Das hat mir sehr imponiert!

Rene Adler

Trotzdem überrascht es viele Beobachter der Szene, dass der 255-fache Bundesligakeeper seinen Weg im beschaulichen Mainz weitergehen wird. Für dieses Gefühl der Wertschätzung musste Rene Adler von seinen ursprünglichen Gehaltswünschen, die ihm der HSV nicht mehr erfüllen wollte, in Mainz abrücken. Wie die "Bild" berichtet, soll Adler beim Bundesliga-15. der abgelaufenen Saison 1,5 Millionen Euro und damit knapp die Hälfte seines bisherigen Jahresgehalts (2,8 Millionen Euro) verdienen. Da er seinen auslaufenden Vertrag in Hamburg nicht verlängerte, konnte er zudem ablösefrei zu seinem neuen Arbeitgeber wechseln, was die Finanzierung des früheren Nationaltorwart für die Mainzer sicherlich erleichterte.

Seine neue Rolle in Mainz

Der zwölfmalige Nationalspieler, der in fünf Jahren beim HSV 129 von 186 möglichen Pflichtspielen für den HSV absolviert hat, soll in Mainz die Probleme zwischen den Pfosten lösen. Weder der Däne Jonas Lössl noch Jannik Huth konnten in der vergangenen Saison die Verantwortlichen ganz überzeugen. Seit dem Abgang von Stammtorhüter Loris Karius zum FC Liverpool waren die Mainzer auf der Torwartposition nicht so aufgestellt, wie es für den Überlebenskampf in der Bundesliga wichtig wäre. Adler soll der Abwehr wieder mehr Stabilität verleihen. Die Mainzer sind froh, nun einen national und international gestählten Torhüter zwischen den Pfosten zu haben. „René Adler gehört seit einem Jahrzehnt zu den prägenden Spielerpersönlichkeiten der Bundesliga. Zudem ist er seit vielen Jahren einer der leistungsstärksten Torhüter in Deutschland. Beide Faktoren machen ihn für Mainz 05 zu einem sehr spannenden Spieler“, begründete FSV-Sportdirektor Rouven Schröder die Verpflichtung. Dem ist nichts mehr hinzuzufügen.

Für die Mainzer könnte der erfahrene Schlussmann, der für Bayer Leverkusen und den HSV 255 Bundesligaspiele absolvierte, eine Führungsfigur werden, sowohl auf dem Platz als auch in der Kabine. Dazu muss der extrem verletzungsanfällige Torwächter aber gesund bleiben. Bleibt er das, kann man die Mainzer zu ihrem außergewöhnlichen Coup nur beglückwünschen. Für Rene Adler wird es darum gehen, auf der Zielgerade seiner Karriere noch einmal die Rolle zu spielen, die ihm aufgrund seines außergewöhnlichen Talents zusteht, nämlich mit all seiner Erfahrung junge Spieler zu führen, die zu ihm als Torhüter und Mensch voller Anerkennung aufschauen werden.