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Sven Ulreich

Sven Ulreich: Sein vorgegebener Weg

Von Artur Stopper in Blickpunkte

Der Weg von Sven Ulreich ist vorgegeben. Weil Manuel Neuer wieder fit ist, muss er bereits am kommenden Wochenende in Bremen trotz zuletzt guter Leistungen zurück auf die Ersatzbank. So war es bereits bei der Vertragsunterzeichnung abgesprochen. Die Chance, sein Können zu zeigen, erhielt Ulreich, weil sich Neuer, Ersttorhüter und neuer Kapitän des FC Bayern, im Rückspiel des Champions-League-Viertelfinals bei Real Madrid am 18. April erneut die zweite äußere Zehe im linken Fuß gebrochen hatte und monatelang ausfiel. Seit diesem Zeitpunkt vertritt ihn sein Stellvertreter Sven Ulreich, und das mit Bravour.

Bereits gegen Ende der vergangenen Saison zeigte Ulreich, dass er ein würdiger Vertreter des Nationaltorhüters ist. Aber in dieser Phase wurde auch deutlich, dass seine Spiellust zurückgekommen war und der 29-jährige Keeper gerne wieder den Platz der Ersatzbank mit dem Platz zwischen den Pfosten tauschen würde. Mit starken Leistungen wollte er sich deshalb bei einem anderen Bundesligisten empfehlen. Die Bayern wären trotz eines bis zum 30. Juni 2018 laufenden Vertrages bereit gewesen, ihn aus seinem Vertrag zu entlassen und ihm diese Chance zu ermöglichen. Der richtige Verein für ihn fand sich wohl aber nicht. „Ich habe immer gesagt, wenn es die Möglichkeit gibt, bei einem ordentlichen Verein zu spielen, dann hätte ich es gemacht“, äußerte sich der Torhüter vor kurzem rückblickend.

Starke Leistung gegen Leverkusen

Sven Ulriech im Training am 23.08.201Seine tadellosen Leistungen der vergangenen Saison hat Sven Ulreich auch in die laufende Saison herübergerettet. Nachdem er bereits beim Supercup gegen Borussia Dortmund im Elfmeterschießen zwei Strafstöße der Borussen gehalten hatte und so maßgeblich zum Sieg der Bayern beitrug, zählte der Bayern-Ersatztorwart beim Bundesligaauftakt-Erfolg der Münchener über Leverkusen zweifelsohne zu den besten Spielern im Bayern-Dress. Präsident Uli Hoeneß lobte der Profi mit der Trikotnummer 26: "Er hat gegen Leverkusen sehr gut gehalten.“ Mit zahlreichen starken Paraden hatte er verhindert, dass die Gäste aus Leverkusen die eklatanten Abwehrfehler der Bayern bestraften. Allein dreimal wehrte er in Eins-gegen-eins-Duellen Schüsse aus nächster Nähe ab. Sein Schicksal ist aber, dass er selbst bei guten Leistungen seine Ansprüche nicht verändern kann und sein Platz, wohlwissend und abgesprochen, wieder die Ersatzbank sein wird.

Sehr wahrscheinlich ist, dass es in Bremen am morgigen Samstag so kommen wird, denn Neuer ist für seinen Einsatz bereit. Dann heißt es für Ulreich wieder zurück auf die Bank – und weiterhin geduldig auf weitere Chancen warten. „Ich wusste von Anfang an, dass Manuel irgendwann zurückkommt.“ Er kennt dieses Los und nimmt es geduldig hin. Am Ende dieser Spielzeit kann er sich neu orientieren, wenn das Tagesgeschäft Bundesliga dann nicht bereits seine großartigen Leistungen vergessen hat. Und eines ist nicht auszuschließen: Sollte sich Neuer nicht mehr verletzen, könnte das erste Spiel der Saison auch Ulreichs letztes gewesen sein.