GoalGuard.de

Timo Horn

Timo Horn: Für weitere fünf Jahre ein Kölner?

Von Artur Stopper in Blickpunkte

Das Heim-Derby gegen Borussia Mönchengladbach wurde mit 2:3 verloren. Trotz der Niederlage konnten die Kölner Anhänger einigermaßen zufrieden nach Hause gehen, weil sie direkt vor dem Spiel eine gute Nachricht erfahren hatten: Timo Horn hat seinen bis 2019 datierten Vertrag vorzeitig um die Maximalzeit von fünf Jahren bis 2022 verlängert. „Der FC ist mein Verein und Köln meine sportliche Heimat. Der Klub hat eine tolle Entwicklung genommen, und diesen Weg möchte ich weiter mitgehen“, äußerte sich der 23-jährige Schlussmann der Kölner zu den Gründen für seine Vertragsverlängerung.

Neuer Vertrag mit Ausstiegsklausel

Torwart Timo Horn gestikuliert mit den Armen beim Bundesliga Spiel zwischen Eintracht Frankfurt und dem 1. FC Köln am 05.11.2016.Sicherlich darf man Timo Horn diese Worte abnehmen. Bereits seit 2002 gehört er diesem Klub ununterbrochen an. Die enge Bindung an den 1. FC Köln ist also über viele Jahre gewachsen. Bei aller Freude bleibt aber die Tatsache, dass die Dauer des Vertragsendes im Arbeitspapier eines heutigen Profis nicht mehr die wichtigste Ziffer ist, sondern die Ausstiegsklausel. Sie ist zum bestimmenden Faktor geworden, wie lange ein Leistungsträger dem Verein erhalten bleibt. Schon im alten Vertragswerk des Kölner Schlussmanns war eine Ausstiegsklausel eingebaut, nach der Horn hätte für neun Millionen Euro den Verein verlassen können. Diese soll im neuen Vertrag deutlich höher liegen. Von 15 – 20 Millionen ist die Rede. Insofern würde auch der 1. FC Köln von dieser neuen Unterschrift profitieren.

Blick in die Zukunft

Torwart Timo Horn beim Bundesligaspiel zwischen dem 1. FC Köln und Borussia Mönchengladbach am 08.04.2017Sicherlich würde der Torwart-Juwel den FC nur ungern verlassen, was er bereits wiederholt geäußert hat. Trotzdem machte Timo Horn noch nie ein Geheimnis daraus, dass er seinem Herzensverein irgendwann den Rücken zudrehen könnte, wenn entsprechende Vereine auf ihn zukommen: „Jeder hat Traumvereine. Real Madrid, Arsenal, Manchester United - wenn ein solcher Klub anfragen sollte, würde ich darüber nachdenken.“ In den Notizblöcken einiger internationaler Top-Vereine soll sein Name bereits schon fest verankert sein, und auch die Ligakonkurrenten Borussia Dortmund und RB Leipzig sollen Interesse gezeigt haben. Dass Timo Horn, der bereits alle DFB-Jugendmannschaften durchlaufen hatte, Ambitionen hat, irgendwann einmal in der Nationalmannschaft zu spielen, ergibt sich von selbst. Ob er dazu allerdings eine Chance erhält, wenn er in Köln bleibt, ist fraglich. Bundes-Torwarttrainer Andreas Köpke erklärte vor Wochen die Nominierung von Bernd Leno, Marc-Andre ter Stegen und Kevin Trapp für den DFB-Kader so: „Diese drei spielen Champions League, was ein großer Vorteil ist.“ Möglicherweise ein deutlicher Hinweis für Horn, dass seine Karriere ohne Auftritte auf internationalem Parkett ins Stocken geraten könnte.

Abwarten als Chance

Da die Ausstiegsklausel für Horn erst ab 2018 greifen soll, hat der Effzeh zumindest noch einmal die Gewissheit, dass er auch in der kommenden Saison auf Horns Künste zurückgreifen kann. Die Zukunft darüber hinaus ist ungewiss, weil der 23-jährige Keeper dann bei jedem Transferfenster den Klub verlassen kann. Aber auch für Timo Horn ist dies möglicherweise noch einmal eine gute Möglichkeit zu sehen, wohin die Entwicklung der Kölner Mannschaft zukünftig geht. Sicherlich würde ihm seine Entscheidung, längerfristig in Köln zu bleiben, leichter fallen, wenn das Team in der Bundesliga eine Platzierung erreichen würde, die zu der Teilnahme am internationalen Geschäft berechtigt.