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Yvon Mvogo

Yvon Mvogo: Wer ist das eigentlich?

Von Artur Stopper in Blickpunkte

Der Name eines außergewöhnlichen Torwarttalents geistert zurzeit als möglicher RB Leipzig-Neuzugang durch den Blätterwald, den die meisten Fußballfans zuvor noch nie gehört haben: Yvon Mvogo vom Schweizer Erstligisten Young Boys Bern. Die Verhandlungen zwischen Young Boys Bern und RB Leipzig sollen nach Informationen von BILD und Kicker schon sehr weit sein. Kleine Unklarheiten bestehen noch bei den Modalitäten des Wechsels. Da der Schlussmann noch einen Vertrag bis 2018 in der Schweizer Hauptstadt besitzt, steht eine Ablösesumme von rund 5 Mio. Euro im Raum. BSC-Sportchef Christoph Spycher bestätigte gegenüber der "Berner Zeitung" bereits indirekt, dass Leipzig das Ziel des Keepers sein könnte: "Es ist nichts Neues, dass Spieler wie Yvon Mvogo und Denis Zakaria das Interesse europäischer Vereine geweckt haben." Ein Dementi sieht anders aus.

Mvogos bisheriger Werdegang

Yvon Mvogoim Duell mit Yordy Reyna vom FC Red Bull Salzburg in einem Freundschaftsspiel Anfang Juli 2016Doch wer ist eigentlich das nahezu unbekannte Torwart-Juwel, um den sich neben RB Leipzig auch die Ligakonkurrenten SC Freiburg und FSV Mainz 05 bemüht haben sollen? Yvon Mvogo ist 22 Jahre alt. Geboren wurde er in Kamerun. Mit 16 Jahren schloss er sich der Jugendabteilung von Young Boys Bern an. Bereits im Alter von 19 Jahren wurde er Stammtorhüter bei den Hauptstädtern. Sicherlich half ihm dabei ein bisschen das Glück. Marco Wölfi, der damalige Stammtorhüter und zu jener Zeit die Nummer zwei der Schweizer Nationalmannschaft, hatte sich einen Achillessehnenriss zugezogen und fiel für längere Zeit aus. Mvogo bekam seine Chance und nutzte sie. Inzwischen absolvierte er 145 Einsätze in der Schweizer Super League. Aber auch internationale Einsätze hat der 1,88 m große Keeper schon vorzuweisen. Bislang stehen sechs Einsätze in der Champions-League-Qualifikation und 15 Spiele in der Europa League zu Buche. Hinzu kommen vierzehn internationale Einsätze in der Schweizer U21-Nationalmannschaft. Bereits seit der U14 hatte er alle Nachwuchsteams des Schweizer Fußballverbandes durchlaufen. Gemessen an seinem jungen Alter bringt er also bereits viel Erfahrung mit, auch international.

Viel Lob für Mvogo

Yvon Mvogo kann das Tor zum 4:0 von Thorgan Hazard im Champions League-Qualifikation Spiel im August 2016 nicht verhindern.Aber was macht den 22-Jährigen zum größten Schweizer Torwart-Talent? Das weiß keiner besser als Stefan Knutti, der Torwarttrainer bei Young Boys Bern. In einem Interview mit spox.com äußerte sich Knutti zum Potenzial seines Schützlings. Neben der Erfahrung sieht er vor allem Mvogos Explosionskraft als eine seiner Hauptstärken an. „Er ist extrem athletisch“, meinte Knutti und fügte an: „Yvon ist kein Linientorhüter. Er ist fußballerisch sehr stark und spielt mit. Bei ihm stimmt das Gesamtpaket - gerade, wenn man bedenkt, dass er erst 22 ist.“ Absolut überzeugt ist er, dass junge Schlussmann das Zeug dazu hat, international eine Rolle zu spielen. Er lobt vor allem auch seine Leistungsbereitschaft und seinen Willen, sich stets weiter zu entwickeln: „Er hat stetig dazugelernt und denkt, wohl auch aufgrund seines Hintergrunds, anders als viele junge Talente. Er ist in einer deutsch-schweizer Mannschaft großgeworden und hat diese gute Einstellung zum Fußball in sich. Der Fußball ist alles für ihn. Yvon ist sehr seriös und professionell. Er ist ehrgeizig und hat schon seine Ziele. Er lebt nicht einfach in den Tag hinein, sondern verfügt über eine große Selbständigkeit. Wenn man ihm etwas nahelegt, arbeitet er sehr fleißig daran. Auch bei den Leistungstests der Nationalmannschaft hat er immer sehr gut abgeschnitten.“ Knutti ist sich sicher, dass Mvogo eine große Zukunft vor sich hat und sich auch international durchsetzen wird, wenn er „so weitermacht wie bisher.“

Seine Konkurrenten im Leipziger Kader

Yvon Mvogo wird mit dem ungarischen Stamm-Keeper Peter Gulacsi um die Position als Nummer eins bei den Leipzigern kämpfen. Aber er muss sich auch noch gegen zwei weitere Schweizer durchsetzen. Im Juni kommt sein ebenfalls hochbegabter Landsmann Philipp Köhn von der U19 des VfB Stuttgart nach Leipzig. Auch der erfahrene Fabio Coltorti (36) wäre ein Konkurrent, falls die Bullen seinen Vertrag um ein weiteres Jahr verlängern. Im momentanen Kader der Leipziger steht außerdem noch der ehemalige deutsche U21-Keeper Marius Müller, der vor der Saison vom Zweitligisten 1. FC Kaiserslautern zu den Ostdeutschen wechselte und noch einen Vertrag bis 2019 besitzt. Offenbar denkt der Klub in seinem Fall momentan an eine Ausleihe, möglicherweise zum Schwesternklub RB Salzburg, damit der talentierte deutsche Nachwuchs-Schlussmann Spielpraxis sammeln kann. Ganz sicher ist sich Young Boys-Torwarttrainer Stefan Knutti jedenfalls, dass der Wechsel in die Bundesliga zum jetzigen Zeitpunkt sinnvoll ist als nächster Schritt für den jungen Schweizer. Die Voraussetzungen dafür bringt Mvogo mit. Sicherlich wird auch der Faktor Glück darüber entscheiden, ob sich nach Yann Sommer, Roman Bürki, Diego Benaglio und Marwin Hitz der fünfte Schweizer in der Bundesliga als Stammtorhüter durchsetzen kann.