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Ederson Moraes

Ederson Moraes: Der nicht ungefährliche Job des Torhüters

Von Artur Stopper in Kolumne von Artur Stopper

Dass Torhüter einen nicht ganz ungefährlichen Job verrichten, musste Ederson, der brasilianische Nationaltorhüter in Diensten von Manchester City, auf schmerzhafte Weise am Wochenende im Spiel gegen Jürgen Klopps FC Liverpool erfahren. Nach einem hohen Pass hinter die Abwehr stürzte City-Keeper Ederson aus dem Tor, um den Ball abzufangen. Aus entgegengesetzter Richtung kommend, verfolgte Liverpools Angreifer Sadio Mane das gleiche Ziel. Beim Aufprall der beiden hatte Ederson seinen Kopf nach unten gerichtet und Mané seinen linken Fuß nach oben gestreckt. Eine schwere Verletzung war nahezu unausweichlich. Über neun Minuten lang kümmerten sich mehrere Sanitäter um Ederson, der leblos am Boden lag. Allein schon die Geschwindigkeit, mit der es zum Zusammenprall kam, ließen schlimme Verletzungen beim Brasilianer vermuten. Mit Halskrause und angeschlossenem Sauerstoffgerät wurde Ederson nach der Erstversorgung in das medizinische Institut des Vereins am Trainingsgelände transportiert. Die Röntgenaufnahmen zeigten, dass er wohl einen Schutzengel gehabt haben muss, denn bei den Untersuchungen wurden mit tiefen Schnittwunden im Gesicht des Torhüters nur vergleichsweise kleine Verletzungen festgestellt.

Für den Tritt ins Gesicht von Ederson sah Sadio Mane anschließend die Rote Karte. Nachdem Liverpools Trainer Jürgen Klopp zunächst die Strafe als überzogen ansah („Ich finde nicht, dass das eine Rote Karte war“), korrigierte er sich später und entschuldigte sich bei City-Trainer Pep Guardiola für den Vorfall. Zugleich legte er Wert auf die Feststellung, dass Mane den City-Torhüter nicht absichtlich verletzen wollte: „Sadio ist sehr, sehr traurig über die Vorkommnisse, die Situation ist einfach unglücklich, ein Unfall.“ Sicherlich muss man dem Senegalesen, der erst vor dem Anpfiff als bester Premier-League-Spieler des Monats August geehrt wurde, keine Absicht unterstellen, da sein Blick ausschließlich auf den Ball gerichtet war. Wer aber dem Gegenüber in dieser Situation mit gestrecktem Bein ins Gesicht springt, nimmt zumindest billigend eine Verletzung des gegnerischen Keepers in Kauf.