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Roman Bürki

Roman Bürki: Dortmunds Keeper am Pranger – zurecht?

Von Artur Stopper in Kolumne von Artur Stopper

Nach der bitteren 1:3-Niederlage in der Champions League gegen Tottenham Hotspur blieb auch Dortmunds Keeper Roman Bürki nicht von Kritik verschont. Die Nummer zwei des Schweizer Nationalteams ließ sich schon nach vier Minuten vom Ex-Leverkusener Heung-Min Son aus relativ spitzem Winkel ins kurze Eck überraschen, zehn Minuten später führte fast dieselbe Situation nach dem zwischenzeitlichen Ausgleich durch den Ukrainer Yarmolenko (10. Min) zum 2:1 durch Harry Kane (14. Min). Beide Male wurde Bürki also in der kurzen Ecke erwischt, die gemeinhin als „Torwart-Ecke“ bezeichnet wird.

Torwart-Legende Oliver Kahn fand als Kommentator des ZDF klare Worte: „Da muss Bürki die kurze Ecke zumachen.“ Die Ruhrpott-Zeitung „Der Westen“ gab dem Schweizer in der Spielerbewertung die miserable Note 5. Und natürlich urteilen wie immer in solchen Situationen mehr oder weniger qualifizierte „Experten“ in sozialen Medien über Dortmunds Keeper. Der Begriff „Litfasssäule Bürki“ macht dort die Runde. Aber hat Bürki diese Verurteilung überhaupt verdient? Er selbst äußerte sich so:

Für mich gibt es nicht die kurze oder lange Ecke, ich habe das Tor nicht verteidigt. Ich habe sicher nicht alles richtig gemacht.

Roman Bürki

Seine Stellungnahme ist insofern interessant, weil er nicht zwischen kurzem und langem Eck unterscheidet und somit ein Dogma außer Kraft setzt, das bei älteren Torhütern und Torwarttrainern sowie Kommentatoren fest zementiert scheint: Die kurze Ecke ist die Torwartecke! - Und wer ist für die lange Ecke zuständig? Der 26-jährige Schweizer ist durchaus selbstkritisch und erkennt, dass er die beiden Tore hätte besser verteidigen können. Er sieht seinen Fehler aber nicht darin, dass er im kurzen Toreck erwischt wurde, sondern dass er nicht die optimale Position gefunden hat, um das Tor zu verteidigen. Wie beurteilt ihr diese Szenen?