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Bundesliga: Die Dauerbrenner unter den Torhütern

Von Artur Stopper in Kolumne von Artur Stopper

Nur wenige Spieler in der Bundesliga kommen im Laufe einer Saison immer zum Einsatz und verpassen keine einzige Einsatzminute. Auch in der Hinrunde der laufenden Saison 2017/18 kann man diese Erfahrung an Zahlen belegen. Nur 20 Bundesliga-Profis gingen in der Hinrunde über die volle Distanz und standen in allen bisher 17 Spielen ihrer Mannschaft die gesamte Spieldauer auf dem Platz. Auffallend ist, dass dieses Kunststück zwölf Torhüter gelang, aber nur acht Feldspielern.

Mögliche Gründe

Ein wichtiger Grund ist sicherlich, dass das Verletzungsrisiko bei Torhütern grundsätzlich geringer ist. Gefährdet ist der Torhüter fast ausschließlich in Zweikampfsituationen, sei es im 1gegen1 oder im Luftkampf mit einem gegnerischen Spieler. Ansonsten hat er kaum Körperkontakt mit der gegnerischen Mannschaft, weil er sich größtenteils in dem geschützten Raum seines Torraumes bewegt. Bei Feldspielern hingegen kommt es häufig zu Zweikampfsituationen, in denen Verletzungsgefahr besteht. Deshalb sind bei Feldspielern häufig muskuläre Verletzungen oder Schädigungen von Knochen oder des Bindegewebes anzutreffen, die einen Einsatz im nächsten Spiel verhindern.

Ein weiterer Grund ist, dass Trainer bei Torhütern deutlich seltener einen Wechsel durchführen als bei Feldspieler. Während Rotation bei Feldspielern in vielen Mannschaften eine Selbstverständlichkeit geworden ist, gilt eine Veränderung auf der Torwartposition nach wie vor als heißes Eisen.

Die Dauerbrenner unter den Torhütern

Wie bereits erwähnt, schafften es zwölf der 18 Bundesliga-Torhüter, in allen bisher 17 Hinrunden-Spielen immer zum Einsatz zu kommen. In einigen Mannschaften der Bundesliga war der Torhüter der einzige Spieler im Kader, der alle möglichen Einsatzminuten absolvierte. Diese Situation trifft auf Oliver Baumann (Hoffenheim), Christian Mathenia (HSV), Lukas Hradecky (Frankfurt), Timo Horn (1.FC Köln), Bernd Leno (Bayer) und Koen Casteels (VfL Wolfsburg) zu. Dieses Alleinstellungsmerkmal innerhalb ihres Vereins erfüllen Ralf Fährmann (Schalke 04), Ron-Robert Zieler (VfB Stuttgart), Alexander Schwolow (SC Freiburg), Marwin Hitz (FC Augsburg), Jiri Pavlenka (Werder) und Rune Jarstein (Hertha BSC) nicht. Aber auch sie haben keine Einsatzminute in der Vorrunde verpasst.

Rune Jarstein im Spiel gegen den RB Leipzig

Nur jeweils einmal standen Roman Bürki (BVB), Philipp Tschauner (Hannover 96) und Peter Gulacsi (RB Leipzig) ihren Teams nicht zur Verfügung. Yann Sommer (Gladbach) musste sich zweimal von Tobias Sippel vertreten lassen, während als Stammtorhüter nur Manuel Neuer (Bayern) und Rene Adler (Mainz 05) über einen längeren Zeitraum ausfielen und durch die Ersatzkeeper Sven Ulreich (Bayern) und Robin Zehntner ( Mainz) vertreten wurden.

Interessant ist eine weitere Zahl. Der deutsche Meister Bayern München ist das einzige Team in der Bundesliga, in dem kein Spieler auf alle Einsatzminuten kommt. Neben dem Ausfall von Nationaltorhüter Neuer sind sicherlich die Ausgeglichenheit und Extraklasse des Kaders sowie die notwendige Rotation aufgrund der starken Belastung vieler Spieler Erklärungsgründe für diese Besonderheit.