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Spieltaganalyse #1

Spieltaganalyse #1: Der 11. Spieltag

Von Thorsten Albustin in Kolumne von Thorsten Albustin

Das vergangene Wochenende brachte viele torwarttypische Szenen zum Vorschein. Die Elite unserer Torhüterzunft konnte sich wahrhaft spektakulär in Szene setzen. Der eine mehr, der andere weniger. So ist es nun einmal …“Play the game!“

Die Topkeeper dieses Spieltages: Thomas KesslerDie Topkeeper dieses Spieltages waren ohne Zweifel der grandiose Horn-Ersatz Kessler, der die Gladbacher mit super Reflexen und einer phantastischen Präsenz schier zur Verzweiflung brachte und seinem FC den Sieg festhielt. Aber auch der Mainzer Lössl zeigte sich in toller Form und konnte fünf spielentscheidende Big Points auf seiner Habenseite verbuchen. Der Fehler zum 2:3 sei ihm dabei natürlich verziehen! Denn seine Großtaten ragten heraus. Der Unglücksrabe des Spieltages hieß Bernd Leno, der seine große Klasse nur vereinzelt zeigen konnte und den flatternden Siegtreffer (natürlich nicht einfach – das weiß jeder Keeper!) der Leipziger konsterniert passieren ließ. Mit grundsoliden Leistungen erledigten z.B. Bürki, Benaglio, Gulacsi oder auch Marvin Hitz ihren Job. Das was auf die Kiste kam, wurde souverän, phasenweise sogar spektakulär entschärft.

Jonas Lössl vom 1. FSV Mainz 05Mit besonders erwähnungswerten Szenen fielen Roman Bürki, Manuel Neuer und Jonas Lössl auf. Lössls emotionale Erleichterung bei dem von seinen Mitspielern geklärten, seitlichen Freistoß zeigte auf, wie schwer und Respekt einflößend diese Aufgaben aus Keeper-Sicht tatsächlich sind. Ein sehr lebendiges Zeichen! Klasse! Bürki glänzte mit einem besonderen Big-Point, bei dem er eine Bayern-Flanke überragend antizipierten konnte und per Hechtsprung vor dem heranstürmenden Bayern Spieler mutig klärte. Ein ganz großes Bravo! Denn so mancher Keeper ging auch an diesem Spieltag den zu oft defensiven, parallelen Laufweg zur Torlinie. Stand dabei auch ziemlich tief, zu defensiv. Kein Vorwurf, denn man will halt nichts falsch machen. Bürki hingegen wurde für seinen Wagemut belohnt und sicherte den imageträchtigen BVB-Sieg! Manuel Neuer glänzte durch unglaubliche Ruhe beim 1 vs.1. Er blieb zweimal „einfach“ stehen - durch nichts zu erschüttern - und „zwang“ den gerade dadurch überforderten Dortmunder Angreifer, direkt auf ihn zu zielen. Neuer parierte wie selbstverständlich. Erfolgreiches Torwartspiel ist Psychologie, Neuer beherrscht diese nahezu perfekt! Der toll gehaltene Elfmeter Gulacsis darf hier natürlich nicht vergessen werden. Hut ab!

Dass Keeper sich auch in einen Rausch spielen können, demonstrierte der bereits oben erwähnte Kölner Kessler auf beeindruckende Art und Weise. Mit jedem gehaltenen Ball puschte er sich offensiv zu der nächst größeren Glanztat und wurde zum Matchwinner seines Teams im ausverkauften Borussia-Park! Beeindruckend bei nahezu allen Keepern war das mittlerweile optimierte 1 vs.1 Verhalten, bei dem die Handball / Eishockey-Abwehr-Technik auch im Fußballtorwartspiel schon lange nicht mehr wegzudenken ist. Alles im allem ein sehr aktiver und aus Torwartsicht sehr positiver Spieltag, an dem der Großteil der Bundesliga-Keeper fehlerfrei seinen Mann stehen konnte. Daumen hoch! Denn den großen Herausforderungen dieser Spielposition wurde einmal mehr erfolgreich die Stirn geboten.

In diesem Sinne: „Die Null muss stehen! Und dafür sind alle 11 verantwortlich!“.

Bis bald!
Thorsten Albustin