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Spieltagnalyse #16

Spieltagnalyse #16: Der 26. Spieltag

Von Thorsten Albustin in Kolumne von Thorsten Albustin

Goalguard versucht heute media control ein wenig Konkurrenz zu machen und präsentiert euch die Top-Ten der besten Torhütermomente. Die aktuellen Charts des heutigen Samstages (Anstoß 15.30 Uhr), die Hit-„Parade“ der spektakulärsten Keeperszenen. Die Top-Ten sind uns allen aus der Musikbranche ein Begriff. Besonderes die Kids kennen die Charts in und auswendig und trällern die Klänge ihrer Favoriten textsicher mit, himmeln ihre Idole an. Der große Traum eines jeden Musikers! Gerade für die Künstler, die noch am Anfang ihrer Karriere stehen, die noch nie einen großen Hit landen konnten. Das Leben ändert sich von da an aber rapide, und mit der einstigen Ruhe ist es vorerst vorbei. Die Kehrseite der Medaille kommt zum Vorschein! Besonders für die Nr.1, dessen Megahit von nun an allgegenwertig ist. Plötzlicher Erfolg fällt vielen nicht immer auf Anhieb leicht, und der Umgang mit diesem muss – mangels Erfahrung - erst einmal erlernt werden! Letztendlich spiegelt der Ertrag des Songs – ganz gleich wieviel Qualität in ihm steckt - den Lohn einer gelungenen Komposition wieder. Ein echter Ohrwurm, der den Nerv vieler Zuhörer getroffen hat. Die Radiostationen spielen die Scheibe rauf und runter, die Musiksender im TV zeigen den verkaufsanimierenden „Glimmer“ des Videoclips mehrfach täglich. Der Musiker ist jetzt endlich „in“, in aller Munde, muss sich jedoch weiter sputen, um bald nicht wieder „out“ zu sein! Trotz des momentanen Erfolges - kein leichtes Unterfangen - das Charakterstärke voraussetzt. So oder so! Die Nr.1 unter vielen Hits zu sein ist und bleibt eine phänomenale Leistung! Denn das packen in ihrer Karriere in der Tat nur wenige.

Haben es unsere Bundesligakeeper da nicht etwas einfacher? Auf der einen Seite schon, andererseits aber auch nicht. Zum einen sind sie allein auf Grund ihrer Spielposition logischerweise die Nr.1 ihres Vereines, ihrer Elf. Anderseits haben sie sich ihren Nr.1-Status durch Konstanz über viele Jahre hart erarbeiten müssen. Sie sind weiß Gott kein „One-Hit Wonder“, vor dessen Verunglimpfung sich viele Musiker so fürchten. Der Reiz, ganz oben stehen zu wollen, bleibt hingegen unbestritten. Welche Nr. 1 kann heute einen richtigen Nr. 1-Hit landen? Welche Schnapper schaffen den Einstieg in die prestigeträchtige Top-Ten? Die „Goalguard-Top-Ten“ startet mit Platz 10 und lässt alle davor platzierten Hit-„Paraden“ folgen. Bis hin zur Nr.1. Die Belohnung? Je besser die Platzierung, desto detaillierter fällt die Beschreibung der jeweiligen Glanztat aus. Eine etwas andere Form der Wertschätzung! Stolz – und das ist sehr wichtig – sollten alle Chartstürmer auf ihre Leistung sein. Und auch die Nicht-Berücksichtigten werden in den kommenden Wochen wieder ihren ganz persönlichen Hit „schreiben“. Ganz sicher!

Roman Bürki im Derby gegen den FC Schalke 05 am 26. Spieltag

So, jetzt habe ich aber genügend pädagogisches Feingefühl bewiesen… Also! Wer hat heute den Song, der ewig bleibt, auf den Lippen, sorry, in den Händen? Ralf Fährmann, anstatt Robbie Williams, Oliver Baumann, anstatt Sunrise Avenue? Mal sehen! „Spielt die Playlist endlich ab!“

  • Platz 10 - Ralf Fährmann: Die Schalker Nr.1 schmeißt sich resolut vor den Dortmunder Angreifer und klärt.
  • Platz 09 - Timo Horn: Die Nr. 1 des FC lenkt einen frontal auf ihn geköpften Ball spektakulär über die Torlatte. Elegant gelöst per Übergreifen.
  • Platz 08 - Marvin Hitz: Stark parierter Kopfball nach einem Flankenball von links. Die Kugel setzt unangenehm auf, doch der Augsburger pariert reaktionsschnell mit beiden Händen.
  • Platz 07 - Rene Adler: Ein lang geschlagener Flankenball fliegt in Richtung HSV-Strafraum an Freund und Feind vorbei. Der weit aufgerückte Adler (ca. 12 Meter vor dem Tor) muss blitzschnell reagieren und sich ganz lang machen. Er kratzt das Leder mit den Fingerspitzen gekonnt zur Seite.
  • Platz 06 - Ralf Fährmann: Erneut eine ganz starke Aktion der Schalker Nr.1. Der BVB Angreifer sprintet mit Ball über seine rechte Außenbahn in den Schalker Strafraum. Fährmann geht wichtige 3-4 Meter vor, verkleinert geschickt sein Gehäuse und pariert souverän per Fußabwehr.
  • Platz 05 - Daniel Heuer Fernandes: Der Leipziger Angreifer tankt sich über links kommend in den Darmstädter Strafraum. Fernandes nimmt das Laufduell an, fokussiert das Leder und gelangt kurz vor dem Abschluss in den stabilen Stand. Er verkleinert sehr gut sein Tor, demonstriert wichtige Größe und blockt den Torabschluss gekonnt mit der Brust.
  • Platz 04 - Felix Wiedwald: Der Bremer bestätigt erneut seine starke Form. Den über die Mauer getretenen Freistoß aus etwa 23 Metern pariert der Bremer klasse. Die Aktion sah vielleicht leichter aus, als sie in Wirklichkeit war. Den gefährlich aufsetzenden Ball bugsiert Wiedwald per Brust intuitiv richtig aus der Gefahrenzone. Sein Erfolgsrezept: Nicht zu früh abgetaucht und vor allem, mit dem Oberkörper oben geblieben. Optimal gelöst!!
  • Platz 03 - Daniel Heuer Fernandes: Erneutes Top 1 gegen 1 – Verhalten von Fernandes. Der Pass durch die Nahtstelle ermöglicht dem Leipziger Angreifer einen freien Lauf auf das Darmstädter Gehäuse. Fernandes hatte im Vorfeld sehr gut mitgespielt und postiert sich kurz, vor allem aber sicher vor der Strafraumgrenze. Er überrascht den Leipziger und provoziert ihn zum frühzeitigen Torabschluss. Den leicht überhastet geschossenen Ball pariert er großartig zur Seite ab.
  • Platz 02 - Roman Bürki: Der Nr. 1 des BVB gelingt die zweitbeste Parade des Spieltages. Und das auf Schalke…Einen wuchtig gesetzten Kopfball aus ca. 6 Metern wehrt er im prestigeträchtigen Derby überragend ab. Der Dortmunder beweist, wie wichtig ein kontrollierter Stand und der richtige Einsatz des Körperschwerpunktes dabei sind. Bürki behält trotz kürzester Reaktionszeit seinen Stand, bleibt aufrecht und verliert keinen Zentimeter an aktionsentscheidender Größe. Dadurch lenkt er den frontal auf ihn platzierten Kopfball in Weltklasse-Manier über die Torlatte.
  • Platz 01 - Timo Horn: Noch einmal der Kölner, der in dieser Szene seine Extraklasse unter Beweis stellt. Der HSV flankt und Horn lenkt die Kugel aus dem Fünf-Meter-Raum. Seine Mannen wirken desorientiert und der Ball gelangt erneut zu einem Hamburger Spieler. Der aufsetzende Ball wird blitzschnell per Brust unter Kontrolle gebracht und aus der Luft volley verwertet. Horn agiert in dieser Szene wie ein Handballkeeper und springt dem wuchtigen Geschoss mit gespreizten Beinen und hoch gehaltenen Armen todesmutig entgegen. Er wehrt den nahezu Unhaltbaren mit seinen weit geöffneten Händen sensationell ab. Wohlgemerkt: Aus etwa 6 Metern. Die Folgezeit dieser Spielszene möchte ich uns ersparen…

We are the champions! Das sowieso! Vor allem die Knirpse, die sich überhaupt trauen, die es unbedingt wollen, sich in diese Kiste zu stellen! Bis hin zu den ganz Großen. Ob mit oder ohne Nr.1 Hit! Ganz egal!