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Spieltaganalyse #2

Spieltaganalyse #2: 12. Spieltag

Von Thorsten Albustin in Kolumne von Thorsten Albustin

Der heutige Spieltag bietet sich dazu an, zwei wirklich „alte Hasen“ mal etwas genauer unter die Lupe zu nehmen. Roman Weidenfeller und Jaroslav Drobny haben in vielen Bundesligajahren ihren Status als Top-Keeper eingehend bewiesen und befinden sich mittlerweile mit ihren 36 bzw. 37 Lenzen im Spätherbst ihrer Karriere. Heute bekamen sie die Gelegenheit, die Lebensadern wieder mit Adrenalin zu füllen. Von der harten Ersatzbank zurück ins Rampenlicht! „Oldie but goldie“? Mal sehen…

Roman Weidenfeller

Bei den Gegentoren war er machtlos - Roman WeidenfellerWeidenfeller musste seinem BVB dazu verhelfen, den Anschluss an die Tabellenspitze wieder herzustellen. Und er tat dies richtig gut. In der 36.Minute parierte er einen hart getretenen Distanzschuss herausragend. Beeindruckend und richtig zugleich sein Stellungsspiel in dieser Spielszene, bei der er auf Höhe der 5-Meter-Linie stand und den bei tieferem Stellungsspiel seitlicher zu parierenden Torschuss frontal mit einem tollen Reflex über Kopf blocken konnte. Weidenfeller gefiel während der gesamten 90 Spielminuten mit einer vorausschauenden Spielanlage und konnte auch bei der Spieleröffnung überzeugen. Er glänzte wie gewohnt mit seiner charismatischen Körpersprache, die ihn seit jeher das gewisse „Etwas“ eines absoluten Top-Keepers verliehen hat. Bei den Gegentoren war er machtlos. Die Frankfurter Direktabnahme zum 1:0 aus knapp 13 Metern war definitiv unhaltbar und auch beim 2:1 Siegtreffer konnte man Weidenfeller keinen Vorwurf machen. Der Live Ticker des Kicker stufte den Treffer als vielleicht haltbar ein, was meines Erachtens eine Fehleinschätzung ist. Denn der Schuss aus knapp 18 Metern war durch zwei seiner Vorderleute verdeckt und von ihm dadurch erst sehr spät zu erkennen. Viel zu spät, um effektiv zu reagieren! Weidenfeller konnte den seitlich platzierten Flachschuss zwar noch mit den Fingerspitzen berühren, ohne diesen druckvoll um den Pfosten lenken zu können. Dazu war die Reaktionszeit schlicht und ergreifend zu kurz! Alles in allem ein wirklich gelungenes Bundesliga-Comeback, bei dem der BVB eine schmerzhafte Niederlage in Frankfurt erleiden musste.

Jaroslav Drobny

Wie Weidenfeller erging es auch Jaroslav Drobny.Drobny sollte seinen erneut in der Krise stehenden Bremern im Nord-Derby wichtigen Halt geben, und das bei seinem ebenfalls tief im Abstiegskampf steckenden Ex-Club HSV. Der 3.- Letzte zu Gast beim Tabellenletzten. Hochbrisant, natürlich auch aus Keeper-Sicht! Doch Drobny machte seine Sache gut! Chancenlos bei den Gegentoren, ansonsten immer auf der Höhe. Seine größte Glanztat war sicherlich der in Halbzeit eins aus 22 Meter getretene, leicht versetzte Distanzschuss, den Drobny spektakulär und per Übergreifen aus dem rechten Torwinkel kratzen konnte. In der Nachspielzeit machte er einen gefährlichen, weil flatternden Distanzschuss gekonnt blockend zunichte (Intuitiv richtig entschieden, denn der Versuch des Fangens wäre bei dieser Schussart höchstwahrscheinlich „in die Hose gegangen“) und hielt den Punkt für seine Truppe zum 2:2 Endstand letztendlich fest. Diverse Probleme offenbarte er beim Rückpassspiel, bei dem er den einen oder anderen Ball unkontrolliert ins Seitenaus katapultierte. Nicht schön, aber wahrhaft auch nicht spielentscheidend, zählte diese Disziplin doch auch schon zu früheren Zeiten noch nie zu seiner Stärke. Alles in allem aber eine mehr als solide Partie, bei der das Remis seiner Mannschaft noch am ehesten zu Gute kam. „Oldie but Goldie“? Diese Einschätzung trifft auf diese Urgesteine mit Sicherheit zu!

Diego Benaglio

Eine besondere Keeper-Szene dieses Spieltages darf abschließend auf gar keinen Fall unter den Tisch fallen, denn Diego Benaglio sorgte für die Top-Parade dieses Spieltages. Unglaublich, wie er den aus knapp 20 Meter knallhart getretenen „Hammer“ mit den Fingerspitzen beider Hände an den Pfosten lenkte, den eigentlich Unhaltbaren knackte! Super Abdruck, maximale Körperstreckung und eine blitzschnelle Reaktion. Die Grundtugenden eines perfekten Linienspiels in nur einer Szene verkörpert. Einfach phantastisch!

Die Parade des Spieltags kam von Diego Benaglio.

Die Null kann nicht immer stehen …

Bis nächste Woche!
Euer Thorsten Albustin