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Spieltaganalyse #24

Spieltaganalyse #24: Der 34. Spieltag

Von Thorsten Albustin in Kolumne von Thorsten Albustin

Eine lange und interessante Saison neigt sich gegen 17.15 Uhr ihrem Ende entgegen und die Schlussmänner der Bundesligamannschaften müssen heute zum letzten Mal in dieser Saison versuchen, ihren Kasten sauber zu halten. Die Goalguard-Spieltagsanalayse hatte sich stets darum bemüht, die Leistungen der Torhüter in ein rechtes, in ein wahres Licht zu rücken, den Reiz und den Druck ihrer Spielposition an Hand von kleinen Anekdoten zu verdeutlichen und legte besonders auf eine sportlich faire, fachlich korrekte Bewertung einer Keeperleistung größten Wert. Wie in jedem Jahr konnte der ein oder andere Schnapper auch in 2016/2017 besonders positiv in Erscheinung treten. Goalguard stellt euch heute seine Top five Keeper dieser Spielzeit vor und vergisst dabei nicht, deren charakteristische Merkmale kurz zu beschreiben. Denn jeder Keeper dieses illustren Kreises steht für eine besondere, eine spezielle Wertigkeit im Fußballtor und konnte diese auch auf dem grünen Rasen eindrucksvoll unter Beweis stellen.

Roman Bürki (Borussia Dortmund) – Der Ästhetische –

Die Nr. 1 des BVB trat bei seinem Amtsantritt kein leichtes Erbe an, musste er doch in die erfolgreichen Fußstapfen eines Roman Weidenfellers treten. Das tat der Schweizer seit seinem BVB-Debüt aber mit Bravour. Bürki interpretiert das Torwartspiel in allen Torwartdisziplinen mit einer beeindrucken Leichtigkeit und Eleganz. Stark und reaktionsschnell auf der Torlinie, resolut und durchsetzungsfähig in der Luft. Handlungsschnell bei seinem sehr aktiven Mitspielverhalten und fußballerisch filigran in der Spieleröffnung. Über alle dem steht eine bewundernswerte Ästhetik, eine gewisse Leichtigkeit, die ihn zum Grandseigneur seiner Zunft werden lässt.

Bernd Leno (Bayer Leverkusen) - Der Aktive –

Der deutsche Nationalkeeper spielt gerne mit einem kurzärmeligen Torwarttrikot und deutet damit seine Spielphilosophie bewusst an. Immer in Bewegung, stets bemüht die Angriffsbemühungen des Gegners schon im Keim zu ersticken, steht Leno wie kaum ein zweiter für die zeitgemäße Interpretation des Fußballtorwartspieles. Auch in der spieleinleitenden Umkehrbewegung darf er als einer der Wenigen seiner Zunft als erster Angreifer seiner Elf tatsächlich bezeichnet werden. Seine herausragenden Fähigkeiten im Match entscheidenden 1 gegen1 rundet seine beeindruckende Performance eindrucksvoll ab.

Rune Jahrstein (Hertha BSC Berlin) – Der Eisschrank –

Kein anderer Keeper in Liga 1 beeindruckt mit solch einer fantastischen Ruhe. Der Norweger wirkt stets unerschüttert und explodiert nur dann, wenn seine Künste auch wirklich von Nöten sind. Dann zeigt er in allen Leistungsfeldern seine herausragende Leistungsdichte. Jahrstein ist der absolute Ruhepol seiner Hertha und hatte maßgeblichen Anteil an einer durchaus erfolgreichen Saison seiner Berliner.

Michael Esser (Darmstadt 98) – Der Turm einer verlorenen Schlacht –

An Esser lag es nun wirklich nicht, dass der Aufsteiger seinen Verbleib in Deutschlands höchster Spielklasse nicht vermelden konnte. Esser gefiel mit einer kompletten Spielanlage und holte sehr häufig die oftmals viel zu heißen Kastanien aus dem Feuer. Er entschärfte viele Big-Points und war mit ein Garant dafür, dass sich die Darmstädter mit Anstand aus dem Oberhaus verabschieden konnten. Mich beschleicht hingegen das Gefühl, dass wir Esser sehr bald wieder in Liga 1 sehen werden. Wenn auch in anderer Vereinsfarbe …

Felix Wiedwald (SV Werder Bremen) – Der Auferstandene –

Totgesagte leben länger? Diese Aussage trifft auf den Hanseaten treffend zu. Von vielen Kritikern in der Hinrunde noch als Bundesligauntauglich verschrien, entpuppte sich Wiedwald in der Rückserie zu einem der besten Keeper Deutschland. Sensationelle Aktionen auf der Torlinie, eine resolute und mutige Aktionsbereitschaft beim Mitspielverhalten zeichneten ihn aus und ließen ihn wie Phönix aus der Asche auferstehen. Wiedwald zeigte wahren Charakter und antwortete seinen inkompetenten Peinigern mit sportlicher Bravour! Hut ab!

Goalguard wünscht allen eine erholsame, fußballfreie Zeit! Wir bleiben bis zum Anstoß der neuen Saison natürlich weiter am Ball und freuen uns mit euch auf spannende Keeperszenen in 2017/2018. Die Null muss stehen! Bis bald!