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Muskelkater

Muskelkater: Was kann man dagegen tun?

Von Artur Stopper in Theorie & Taktik

Für die meisten Fußball-Mannschaften hat die Vorbereitung auf die kommende Saison 2016/17 schon begonnen. Nach einer mehr und weniger langen Spielpause ist der Muskelkater beim Trainingsbeginn oft vorprogrammiert. Wer sich allerdings am Tag nach dem Training vor lauter Muskelkater kaum noch bewegen kann, hat etwas falsch gemacht. Meist sind die Ursachen dafür körperliche Aktivität nach langer Pause, ungewohnte Bewegungen oder besonders starke Belastungen. Wie aber mit dem Muskelkater umgehen? Oftmals kann man den Rat hören: Weitere Bewegung oder sogar die gleiche Belastung wie am Vortag helfen und lindern die Schmerzen. Der Körper gewöhnt sich schon daran! Aber stimmt das eigentlich?

Ingo Froböse, Dozent an der Deutschen Sporthochschule in Köln, hat dazu eine klare Meinung: Nein! Es sei nicht ratsam, die bereits schmerzenden Strukturen am nächsten Tag wieder zu belasten. Der Reparaturprozess bei Muskelkater beginnt erst richtig nach etwa 18 bis 24 Stunden“, erklärt Froböse. „Die Durchblutung erhöht sich und neue Materialien werden herantransportiert, um das zerstörte Gewebe wiederherzustellen. Den Grund für den Muskelkater erklärt Froböse so:

Muskelkater ist das Ergebnis von winzigen Verletzungen und Zerreißungen von Gewebe, was zwangsläufig zu Schmerzen führt. Um diese Miniverletzungen zu reparieren, reagiert der Organismus mit einer lokalen Entzündung an den verletzten Stellen. Dadurch erhöht sich die Durchblutung, das zerrissene Material wird abgebaut und abtransportiert und Neues angeliefert.

Ingo Froböse

Was aber tun gegen Muskelkater?

Bewegung hilft auf jeden Fall besser als eine Ruhestellung des Körpers, denn durch Bewegung wird der Heilungsvorgang unterstützt. Dadurch wird die Durchblutung und damit einhergehend die Stoffwechselaktivität gesteigert, wodurch die „Wunden“ schneller repariert werden. Nach Meinung des Sportprofessors sollten es aber leichte Bewegungen sein. Wenn der Muskelkater bereits entstanden ist, seien ein belastungsreduziertes Training und Wärmeanwendungen in der akuten Phase sinnvoll, wie z.B. ein Bad oder Sauna. Der Schmerz ließe sich durch leichte dynamische Muskelarbeit wie z.B. Radfahren abschwächen. Durch die verbesserte Durchblutung könnten kaputte Materialien besser abtransportiert werden und der Muskelkater klinge schneller ab, gibt Ingo Froböse als Rat.

Roman Weidenfeller beim Dehnen vor einem Bundesliga Spiel

Sehr verbreitet ist auch die Meinung, dass anschließendes Dehnen den Muskelkater mildert. Nach Froböses Meinung sollte man sowohl vor als auch nach dem Krafttraining auf Dehnübungen verzichten. Durch die zum Teil hohen Belastungen beim Krafttraining kann es zu Mikroverletzungen im Muskelgewebe kommen, die durch das Stretching sogar verschlimmert werden können.Der beste Schutz gegen Muskelkater ist, wenn das Training schon von vorherein gut dosiert ist. So lassen sich Überbelastungen am besten vermeiden. Beruhigend ist aber, dass Muskelkater keine Krankheit ist, sondern eben nur ein bisschen schmerzhaft!