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Trainingshilfen

Trainingshilfen: Dummies kaufen - aber welche?

Von Artur Stopper in Theorie & Taktik

Diese neuen Aufgaben des Torwarts verlangen veränderte Trainingsmethoden: Es genügt nicht mehr, ausschließlich Bälle aufs Tor zu schießen, sondern es müssen Spielsituationen nachgestellt werden, die in modernen Spielsystemen auftreten.

Gegnerische Pässe in die Zwischenräume der Vierer-Abwehrkette, Flugbälle über die Abwehrkette hinweg, Standardsituationen, Flankenbälle, der Torwart als Anspielstation u.v.m.. Um diese Situationen zu trainieren, sind Dummys als Trainingsmittel hervorragend geeignet. Sie können auf vielfältige Weise und für unterschiedliche Trainingsschwerpunkte sinnvoll eingesetzt werden. Anschauliche Beispiele dafür findet ihr in unserem Trainingsbereich unter „Torwartübungen“. Mit Hilfe der Dummys kann der Torwarttrainer viele Trainingsschwerpunkte unabhängig von den Feldspielern üben, indem er die Dummys als fiktive Gegenspieler benutzt. So kann der Rest der Mannschaft sinnvoll andere Schwerpunkte trainieren, ohne als „Komparsen“ zur Verfügung stehen zu müssen. Inzwischen werden auf dem Markt Dummys von verschiedenen Herstellern mit zum Teil deutlichen Preisunterschieden angeboten. Wie meist sind die Preisunterschiede eine Frage der Qualität. Da interessierte Trainer und Verein nur schwer Qualität von Billigprodukten unterscheiden können, haben wir euch Kriterien zusammengestellt, die für die Kaufentscheidung wichtig sind.

Wichtige Kriterien für die Kaufentscheidung

a) Form des Dummys

Eine realitätsnahe Spielsituation lässt sich nur nachstellen, wenn die Dummys in etwa dem Körperbau und der Größe fiktiver Gegenspieler entsprechen. Die Produkte mancher Hersteller sind aber deutlich breiter, entsprechen eher der Form einer Litfaßsäule als der eines fiktiven Gegenspielers. Sie wirken in ihrer Form unnatürlich.

b) Leichte Handhabung

Um wenig Trainingszeit zu verlieren, sollten Dummys vor dem Training in möglichst kurzer Zeit aufgebaut werden können. Dazu benötigt man eine geeignete Luftpumpe sowie entsprechende Ventile. Dasselbe gilt, wenn man die Dummys mit Wasser befüllen möchte. Die Größe und Qualität der Ventile entscheiden darüber, wie lange die Befüllung bzw. die Entleerung eines Dummys dauert. Insbesondere wenn mehrere Dummys zu befüllen sind, ist dieser Aspekt ein entscheidendes Kriterium.

c) Transport

Damit Dummys ohne großen Aufwand zum Trainingsort transportiert werden können, sollten sie leicht sein. Dies ist auf jeden Fall gegeben, wenn die Dummys nur mit Luft befüllt sind. Schwieriger wird der Transport, wenn sie mit Wasser befüllt sind. Da das Gewicht dann leicht ca. 25 kg beträgt, werden zum Transport zwei Erwachsene benötigt. Sollten die Dummys auch für Kinder und Jugendliche eingesetzt werden, muss man diesen Aspekt bei der Kaufentscheidung bedenken. Wichtig ist außerdem, ob die Griffe vertikal oder horizontal angebracht sind, denn mit vertikalen Handgriffen lassen sich Dummys im gefüllten Zustand nur schlecht transportieren.

d) Verletzungsgefahr

Ein wichtiger Punkt ist außerdem die Sicherheit. Die Dummys sollten so konstruiert sein, dass keine oder nur geringe Verletzungsgefahr bei Körperkontakt besteht.

e) Nur mit Wasser befüllbar

Bei Dummys, die ausschließlich mit Wasser befüllt werden können, besteht die Gefahr von Pilzbefall im Wassertank, wenn das Wasser nicht regelmäßig ausgetauscht wird. Dieses Problem tritt auch dann auf, wenn der Tank nicht immer zu 100 % entleert wird. Nur mit Wasser zu befüllende Dummys bergen zusätzlich die Gefahr, dass der Wassertank, besonders wenn kein Verstärkung im Fußbereich besteht, beschädigt werden könnte und das auslaufende Wasser bei einer Verwendung der Dummys in der Halle zu größeren Beschädigungen des Hallenbodens führen kann.

f) Material / Qualität

Ein entscheidendes Kriterium für den Kauf muss selbstverständlich die Qualität des Materials sein. Sie entscheidet über die Halbbarkeit und somit über die Benutzungsdauer der Dummys. Viele Anbieter verwenden aus Kostengründen den Werkstoff PVC, der Weichmacher enthält. Wie Untersuchungen zeigen, verliert dieses Material im Laufe der Zeit seine Geschmeidigkeit, wird spröde und verfärbt sich häufig. Bei Temperaturen unter 0°C sind diese Dummys außerdem nicht mehr einsetzbar, da das Material bei Kälte verhärtet.

g) Hilfe bei Schäden

Sollte bei unsachgemäßer Handhabung (z.B. durch spitze Gegenstände) einmal ein Dummy beschädigt werden, ist es wichtig, eine Anlaufstelle für die Durchführung der Reparatur zu haben. Diesen Service bieten nicht alle Händler an.

Auswertung

Alle diese Kriterien erfüllen zur vollen Zufriedenheit nur die AIR-Bodys der Firma MGT-Sports. Diese Firma hat als erste Dummys entwickelt und besitzt somit am meisten Erfahrung mit der Herstellung dieses Produktes. Alle anderen Hersteller bieten Dummys an, die den AIR-Bodys optisch ähneln, aber mit billigeren Materialien und damit schlechterer Qualität hergestellt sind. Dass diese Billigprodukte preislich günstiger sind, versteht sich von selbst. Manche Geschäfte täuschen ihre Kaufinteressenten sogar bewusst, indem sie ihre billig hergestellten Dummys „Airbody“ nennen, obwohl dieser Begriff eigentlich geschützt ist und nur vor der Firma MGT-Sports verwendet werden dürfte. Auf diese Art versuchen sie das gute Image der AIR-Bodys der Firma MGT-Sports zu nutzen und den Eindruck zu erwecken, als würde ihre Produkt der Qualität eines AIR-Body entsprechen. Deshalb sollte sich jeder Interessent gut überlegen, bei welchem Anbieter er die Dummys einkauft.