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Seit Ende Oktober war die etatmäßige Nummer eins des SC Freiburg außer Gefecht gesetzt. Beim 0:2 gegen Union Berlin hatte er sich bei einem Abschlag einen Muskelfaserriss im Knie zugezogen. Von voraussichtlich mindestens drei Wochen Ausfall des Torhüters war nach der Untersuchung in der Freiburger Uniklinik die Rede. Erst Anfang Dezember war er ins Mannschaftstraining zurückgekehrt, ein Einsatz gegen Ende des vergangenen Jahres schien aber noch zu riskant, zumal keine Eile bestand, da sein Stellvertreter Mark Flekken regelmäßig hervorragende Leistungen ablieferte.

Nach wochenlanger Verletzungspause zurück

Zum Auftakt der Rückrunde stand Schwolow nun im Auswärtsspiel in Mainz erstmals nach seiner Verletzungspause wieder zwischen den Pfosten des Freiburger Tores. Ausgerechnet gegen die Nullfünfer, wo der 27-jährige Freiburger Schlussmann in den letzten drei Partien acht Gegentore hinnehmen musste. Sieben Mal in zehn Bundesliga-Partien hatten die Rheinhessen ihre Heimspiele gegen die Breisgauer gewonnen, nur dreimal erreichten die Freiburger ein Remis. Und im letzten Spiel gegen die Mainzer war Schwolows Rolle eine spezielle. Er hatte entscheidet zur Niederlage der Freiburger beigetragen, als er einen Rückpass unbedrängt direkt in die Füße von Jean-Paul Boetius weiterleitete und der ins leere Freiburger Tor zum 1:0 einschob.

Doch dieses Mal kam alles anders. Die Freiburger nahmen einen 2:1-Sieg mit nach Hause - und Schwolow hatte einen großen Anteil daran. Innerhalb der ersten 20 Minuten entschärfte der 27-Jährige bereits die Fernschüsse von Levin Öztunali (3.) und Ridle Baku (18.). In der 26. Minute folgte aber seine größte Tat an diesem Tag. Per Fußabwehr blieb er gegen den frei vor ihm auftauchenden Jean-Philippe Mateta Sieger. Noch ein weiteres Mal parierte er in der 79. Minute stark gegen Mateta. Entsprechend zufrieden zeigte sich der Schlussmann nach dem Spiel mit seiner eigenen Leistung und die seines Teams: „Es war ein insgesamt toller Auftritt von uns. Und ich freue mich einfach sehr, dass ich nach der Verletzungspause, die sich länger hingezogen hat als erhofft, mit so einem guten Spiel starten konnte." Auch Trainer Christian Streich lobte die Leistung seines Schlussmannes: „Jetzt war es echt viel Druck für Schwolli. Letztes Jahr hat er in Mainz leider den Fehler gemacht, als wir sehr gut gespielt hatten. Er hat ein klasse Spiel gemacht. Ich freu mich total für ihn. Ich hätte nicht in seiner Haut stecken wollen, das hat er super gelöst."

Mark Flekken muss ins zweite Glied zurück

Mit seiner Leistung hat der langjährige Stammtorhüter zunächst eine mögliche Diskussion über die Frage im Keim erstickt, ob nicht doch Flekken weiter im Tor hätte bleiben sollen. Denn der Holländer hatte in seinen zehn Spieleinsätzen, in denen er Schwolow im Tor vertrat, mit großartigen Leistungen auf sich aufmerksam gemacht. Nicht ohne Grund wird er aktuell in der Bewertung des Fachmagazins „kicker“ in der Tabelle der Top-Torhüter der Bundesliga noch an Platz zwei hinter Yann Sommer mit einem Notenschnitt von 2,72 geführt. Natürlich reagierte Flekken enttäuscht auf seine Ausmusterung, aber durchaus auch verständnisvoll. „Er kann da auch nichts dafür, er ist weiterhin die Nummer Eins. Das wusste ich, als ich hier her gewechselt bin", ist sich der Niederländer seiner Rolle im Team sehr wohl bewusst. „Wir haben zwei super Torhüter", ist sich auch Trainer Streich der Torwart-Situation im Team bewusst.

Alexander Schwolow ist also wieder zurück im Tor der Freiburger. Eines hat sich für ihn aber möglicherweise verändert. Deutlicher als früher wird er den Atem seines Konkurrenten spüren. War Mark Flekken bisher für viele Fans ein eher unbeschriebenes Blatt, hat er in den zehn Spielen, in denen er Schwolow zwischen den Pfosten vertrat, gezeigt, welch hervorragender Torhüter er ist. Daran werden sich die Fans bei Leistungsschwankungen Schwolows möglicherweise schneller erinnern als früher, als sie das Leistungsvermögen Flekkens nicht wirklich einschätzen konnten. Allerdings hat sich Alexander Schwolow über viele Jahre im Verein und bei den Fans durch überzeugende Leistungen einen Status erarbeitet, wo sich viele Fehler summieren müssten, um ihm im Breisgau das Vertrauen als Nummer ein zu entziehen.

Blickpunkt

Artur Stopper

Artur Stopper

Über den Autor

Mit über 25 Jahren Erfahrung als Torwarttrainer weiß Artur, wie Torhüter ticken. Deshalb bevorzugt er Themen, die die Welt der Torhüter ausmachen: Vereinswechsel, Tiefschläge, Pechsträhnen, Höhenflüge, Emotionen, Ersatzbank, Halbgötter, Erfolge.

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