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Der Anteil ausländischer Stammtorhüter in der Bundesliga hat in der laufenden Saison 2019/20 einen neuen Höchststand erreicht. Zehn von 18 Bundesligisten vertrauen auf einen ausländischen Keeper als Nummer eins, so viele wie noch nie in der langen Bundesliga-Geschichte. Gegenüber der vergangenen Saison, in der sieben Stammplätze von Ausländern belegt waren, setzten sich in dieser Saison drei weitere ausländische Torhüter gegen ihre deutsche Konkurrenz durch.

Bereits in der Saison 2016/17 war der Anteil der Ausländer zwischen den Pfosten deutscher Bundesligavereine sehr hoch. Exakt die Hälfte aller Plätze war damals von ausländischen Torhütern besetzt. In der laufenden Saison 2019/20 gibt es aber ein Novum: Zum ersten Mal überwiegt der Anteil ausländischer Torhüter den Anteil deutscher Keeper. Trotz immer mehr deutschen Torhütern, die in den Nachwuchszentren der Bundesligavereine technisch gut ausgebildet auf den Markt drängen, läuft die Entwicklung in den Bundesligavereinen in eine andere Richtung. Aktuell besitzen zehn Stammtorhüter der Bundesliga keinen deutschen Pass: Die Schweizer Yann Sommer (Borussia Mönchengladbach) und Roman Bürki (Borussia Dortmund), der Belgier Koen Casteels (VfL Wolfsburg), der Ungar Peter Gulacsi (RB Leipzig), der Norweger Rune Jarstein (Hertha BSC), der Finne Lukas Hradecky (Bayer 04 Leverkusen), die Tschechen Juri Pavlenka (Werder Bremen) und Koubek (FC Augsburg), der US-Amerikaner Zackery Steffen (Fortuna Düsseldorf) und der Pole Rafael Gikiewicz (Union Berlin).

Einen Blick in die Bundesligakader

Wie oben grafisch dargestellt, besetzen in der aktuellen Saison 2019/20 zehn ausländische Torhüter in der Bundesliga die Position der Nummer eins. Dies entspricht einem Anteil von 55,5 %. Betrachtet man die Kader der Bundesligisten insgesamt, liegt der Anteil ausländischer Torhüter mit 35 % etwas niedriger. Immerhin besitzt aber mehr als ein Drittel aller Torhüter in den Kadern von Deutschlands Eliteklasse keinen deutschen Pass. Denn von insgesamt 54 Torhütern, die bei einem Bundesligisten unter Vertrag stehen, sind 19 Ausländer. Vier Bundesligisten haben ausschließlich deutsche Torhüter in ihrem Kader: TSG Hoffenheim, 1. FC Köln, Bayern München, SC Paderborn und Mainz 05. Die Rheinhessen haben mit Robin Zentner, Florian Müller und Finn Dahmen zudem nur Torhüter in ihrem Kader, die die vereinseigene Jugendabteilung durchlaufen haben.

Aus welchen Ländern kommen die Torhüter?

Die Herkunft der 19 Torhüter, die in Bundesligaklubs unter Vertrag stehen, ist breit gestreut. Sieben Torhüter kommen aus dem deutschsprachigen Ausland, nämlich vier Torhüter aus der Schweiz (Sommer, Bürki, Hitz, Mvogo) und drei Torhüter aus Österreich (Pervan, Langer, Özcan). Mit jeweils zwei Torhütern sind Tschechien (Pavlenka, Koubek) und Dänemark (Rönnow, Busk) vertreten, alle anderen Torhüter verteilen sich auf andere Nationen, wie aus der Grafik deutlich wird.

Spielzeiten ohne ausländische Stammtorhüter

In der langen Geschichte der Bundesliga gab es aber auch Spielzeiten, in denen sämtliche Stammpositionen ausschließlich mit deutschen Torhütern besetzt waren. Erstmals war dies in der Saison 1981/82 der Fall. Anfang der 90er-Jahre (1989/90, 1990/91, 1991/92 und 1995/96) standen sogar über mehrere Spielzeiten hinweg nur deutsche Torhüter zwischen den Pfosten der Erstligavereine. Im Zuge der Globalisierung hat sich die Situation in den letzten Jahrzehnten aber verändert. Immer mehr Stammpositionen wurden von ausländischen Torhütern besetzt. Die folgende Grafik zeigt diese Entwicklung seit der Saison 2006/07.

Blickpunkt

Artur Stopper

Artur Stopper

Über den Autor

Mit über 25 Jahren Erfahrung als Torwarttrainer weiß Artur, wie Torhüter ticken. Deshalb bevorzugt er Themen, die die Welt der Torhüter ausmachen: Vereinswechsel, Tiefschläge, Pechsträhnen, Höhenflüge, Emotionen, Ersatzbank, Halbgötter, Erfolge.

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