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Kein Torhüter auf der Welt kostete mehr Geld als er. Die Rede ist von Kepa Arrizabalaga, der seit dem Sommer 2018 beim englischen Spitzenclub Chelsea London unter Vertrag steht. Für eine Ablösesumme von 80 Millionen Euro kam der 25-jährige Spanier im Sommer 2018 von Athletic Bilbao in die englische Hauptstadt. Mit dieser Rekordsumme stieg Kepa, wie er kurz genannt wird, zum teuersten Torhüter der Welt auf. Der Klub aus dem Londoner Südwesten verband mit seiner Verpflichtung die Hoffnung, nach den früheren Chelsea-Keepern Petr Cech (Karriereende) und Thibaut Courtois (Real Madrid) langfristig wieder über einen Torwart von Weltklasse-Format zu verfügen.

Die Erwartungen scheinen sich nicht zu erfüllen, denn neuerdings ist Kepa nur noch der teuerste Ersatz-Torwart der Welt. Seit bereits vier Wochen erhält der 38-jährige Ersatztorhüter Willy Caballero von Chelsea-Cheftrainer Frank Lampard den Vorzug vor dem formschwachen Spanier. Auch beim Achtelfinalspiel gegen Bayern München musste Kepa wieder mit dem Platz auf der Ersatzbank Vorlieb nehmen. „In diesem Job muss man jeden Tag Entscheidungen treffen. Keine davon ist leicht. Wenn es um die Position des Torhüters geht, hat dieser ein bisschen mehr Kredit als andere Spieler, ein bisschen mehr Zeit. Vor allem, wenn es um deine eigentlich designierte Nummer eins geht. Aber das kann nicht ewig so bleiben. Wir müssen wettbewerbsfähig bleiben“, begründete Ex-Profi Lampard seine Entscheidung, Kepa aus dem Tor zu nehmen.

Nach gutem Einstand schwächelte Kepa zuletzt

Der 25-jährige Spanier war zuletzt immer mehr zu einem Unsicherheitsfaktor geworden, so dass Lampard handeln musste und ihn beim 2:2 gegen Leicester City erstmals auf die Bank setzte. Ersetzt wurde der Stammtorwart durch den Argentinier Willy Caballero, der es seit seinem Wechsel im Sommer 2017 zu den Blues gerade mal auf fünf Ligaeinsätze gebracht hatte. "Es war keine einfache Entscheidung. Ich vertraue Caballero. Ich vertraue beiden", sagte Chelsea-Coach Frank Lampard zu seinem Entschluss. Trotz aller Vertrauensbekundungen für beide Torhüter war der Wechsel auf der Torwartposition nicht ohne Risiko für Lampard. Schließlich stand ihm mit Willy Caballero nur ein Ersatztorhüter zur Auswahl, der mit seinen 38 Jahren allenfalls als solider Torhüter gilt, der 2016 das letzte Mal regelmäßig spielte und sicherlich keine Option für die Zukunft darstellt. Dass sich der Chelsea-Coach trotzdem für Caballero entschied, kann nur als deutlicher Fingerzeig in Richtung Kepa gedeutet werden.

Dabei hatte die Zeit in London für den Spanier eigentlich gut begonnen. Der junge Keeper blieb in 36 Saisonspielen 14 Mal ohne Gegentor und überzeugte mit einer 68-prozentigen Quote an gehaltenen Bällen. Doch das ist Vergangenheit. Mit 37 Gegentoren in 27 Spielen hat Chelsea die deutlich schlechteste Defensive unter den Topmannschaften der Premier League. Auch Kepa trug seinen Teil zu dieser schlechten Bilanz bei. Dessen Anteil an vermeidbaren Treffern lag in dieser Saison deutlich höher. Zudem hält der Spanier unter allen Stammtorhüter der Premier League am wenigsten Schüsse, die innerhalb des Strafraums abgeschossen werden (51%), auch wenn diese Werte immer mit Vorsicht zu genießen sind.

Hat Kepa noch eine Zukunft bei Chelsea?

Ob Kepa überhaupt noch eine Zukunft bei Chelsea hat, wird sich im Sommer zeigen. Die englische Zeitung „Mirror“ jedenfalls berichtet, dass Frank Lampard den 25-jährigen Schlussmann gerne verkaufen und ihn durch Englands Nummer zwei Nick Pope vom FC Burnley oder Vicente Guaita von Crystal Palace ersetzen würde. Auch der Name André Onana von Ajax Amsterdam wird immer wieder genannt.

Für Kepa selbst kommt seine Formkrise zum ungünstigsten Zeitpunkt, denn im Sommer findet die Europameisterschaft statt. Spaniens Nationaltrainer Luis Enrique hat sich seit einiger Zeit für Kepa und gegen Manchester United-Keeper David de Gea als die Nummer Eins im Team der Spanier entscheiden. Wahrscheinlich wird Luis Enrique diese Entscheidung korrigieren müssen, sollte Kepa längerfristig auf der Bank sitzen und seine Leistungsfähigkeit nicht nachweisen können. Mit David de Gea von Manchester United, seinem Vorgänger im Tor der "Furia Roja", stünde jedenfalls ein starker Konkurrent bereit.

Für Kepa bleibt nur eine Möglichkeit, nämlich sich über gute Leistungen im Training anzubieten und so seinen Stammplatz im Tor der Blues zurückzuerobern. Die bisher allenfalls durchschnittlichen Leistungen von Caballero könnten eine frühe Rückkehr beschleunigen. Ob Kepa aber noch eine Zukunft bei Chelsea London haben wird, darf in Anbetracht der Spekulationen über mögliche Nachfolger bezweifelt werden. Aber wie heißt es so schön: Fußball ist ein Tagesgeschäft!

Blickpunkt

Artur Stopper

Artur Stopper

Über den Autor

Mit über 25 Jahren Erfahrung als Torwarttrainer weiß Artur, wie Torhüter ticken. Deshalb bevorzugt er Themen, die die Welt der Torhüter ausmachen: Vereinswechsel, Tiefschläge, Pechsträhnen, Höhenflüge, Emotionen, Ersatzbank, Halbgötter, Erfolge.

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