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Noch ist die Torwartposition bei RB Leipzig mit dem ungarischen Nationaltorhüter Peter Gulasci hervorragend besetzt, denn der 31-jährige Schlussmann gehört seit Jahren zu den besten Torhütern der Bundesliga. Aber Leipzigs Mannschaftskapitän und Leistungsträger ist inzwischen schon 31 Jahre alt. Grund genug für die Leipziger Verantwortlichen, sich bereits jetzt Gedanken zu machen um einen adäquaten Ersatz für Gulasci in den kommenden Jahren. Diese Entscheidung wurde in der vergangenen Woche getroffen. RB Leipzig verpflichtete den belgischen Torhüter Maarten Vandevoordt vom KRC Genk. Der 20-Jährige unterschrieb einen Fünfjahres-Vertrag bis 2029, läuft aber erst ab 2024 für den Fußball-Bundesligisten auf. Bis dahin wird er noch zwei weitere Spielzeiten das Tor des KRC hüten, bevor er dann nach Leipzig wechselt.

Wer ist eigentlich Maarten Vandevoordt?

Seit Jahren gehört Maarten Vandevoordt zu den größten Torwarttalenten in Belgien. Ausgebildet wurde er in der Jugendakademie des KRC Genk, die in Belgien als eine der größten Talentschmieden gilt. Auch die heutigen Nationaltorhüter Thibaut Courtois (29, Real Madrid) und Koen Casteels (29, VfL Wolfsburg) spielten dort in der Jugend. Einige Zahlen unterstreichen das außergewöhnliche Talent dieses jungen Keepers. Der aktuelle Torwart des belgischen U-21-Nationalteams feierte sein Profi-Debüt bereits im Alter von erst 17 Jahren und sieben Monaten. Knapp drei Monate später debütierte er auch in der Jupiler Pro League sowie in der Champions League aufzulaufen. Mit 17 Jahren und 287 Tagen ist Vandevoordt der jüngste Keeper, der bislang in der Königsklasse zum Einsatz kam. Seit Februar 2021 ist er Genks unumstrittene Nummer eins und gewann mit seiner Mannschaft den belgischen Pokal. Für verschiedene U-Nationalmannschaften unseres Nachbarlandes kam er bislang 31-mal zum Einsatz.

Gründe für seine Verpflichtung

Frederik Gößling, Torwarttrainer von RB Leipzig, nennt ein entscheidendes Kriterium, warum sich die Leipziger zur Verpflichtung des 1,92-Meter-Mannes entschieden haben. Er lobte Vandevoordts mutige und offensive Spielweise, die „optimal zu dem Fußball, den wir bei RB Leipzig spielen", passe.

Christopher Vivell, Technischer Direktor von RB Leipzig, hat eher einen anderen Aspekt bei der Verpflichtung des belgischen Torwarttalents im Auge: „Durch die Verpflichtung von Maarten Vandevoordt konnten wir frühzeitig einen Top-Transfer für die Zukunft fixieren und in der langfristigen Kaderplanung die immens wichtige Position des Torhüters perspektivisch hervorragend besetzen.“

Für Maarten Vandevoordt wiederum war ein anderer Gesichtspunkt entscheidend für seinen Wechsel zu RB Leipzig: „Der Klub steht für eine klare Idee vom Fußball und ist in den vergangenen Jahren zu einer der Top-Adressen in Europa geworden – gerade für junge Spieler." Vandevoordt will denselben Weg wie Peter Gulácsi gehen, der sich in Leipzig zu einem der besten Keeper in Europa entwickelt hat. „Deshalb ist RB Leipzig für mich der perfekte Klub."

Wann soll die Wachablösung erfolgen?

Wie bereits betont, wird Vandevoordt erst im Sommer 2024 seinen Dienst bei RB antreten. Zu diesem Zeitpunkt steht Gulacsi noch ein Jahr unter Vertrag. Erst im vergangenen Jahr hatte er seinen Vertrag bis 2025 verlängert. Ob sich dann auch der junge Belgier - wie so viele andere vor ihm - fürs Erste hinter dem Routinier anstellen muss, wird sich zeigen. Vielleicht kann er sich noch ein Jahr lang bei Leipzig auf seine kommende Rolle als potenzieller Nachfolger Gulascis einarbeiten, vielleicht ist er aber auch schon stark genug, Gulasci vorzeitig abzulösen.

Auf den ersten Blick scheint der vorzeitige Vertragsabschluss mit dem belgischen U21-Natinaltorhüter für alle daran beteiligten Seiten ein guter Weg zu sein, weil sie für alle Beteiligten Vorteile bringt. Talentierte Torhüter landeten in den letzten Jahren zu oft auf der Ersatzbank eines großen Klubs, ohne Spielpraxis. Alle Fachleute sind sich aber darin einig, dass gerade regelmäßige Spieleinsätze die wichtigste Voraussetzung für die Entwicklung eines Torhüters sind. Diese Lösung garantiert Vandevoordt weiterhin Spieleinsätze auf hohem Spielniveau in den kommenden beiden Jahren. Zudem kann der junge Keeper in gewohnter Umgebung weiter in seiner Persönlichkeitsentwicklung reifen. Sein Ausbildungsklub KRC Genk selbst hat mit dem Verbleib Vandevoordts zwei weitere Jahre Planungssicherheit und kann sich in Ruhe nach einem geeigneten Nachfolger umsehen, vielleicht sogar aus den eigenen Reihen. RB Leipzig hingegen bindet frühzeitig und zu finanziell günstigeren Bedingungen einen potenziellen Nachfolgers Gulascis an sich, der sich in den kommenden zwei Jahren voraussichtlich noch weiter entwickeln wird.

Eine Unsicherheit gibt es in diesem Vertragskonstrukt: Niemand kann garantieren, dass sich der junge Keeper weiter so entwickeln wird, wie sich das die Leipziger Entscheidungsträger vorstellen. Es wäre nicht der erste Torhüter, der innerhalb von zwei Jahren vom Überflieger zum mega Flop mutiert ist, weil ihm der der frühe Hype um seine Person nicht gut getan hat oder ihn Verletzungen oder sonstige Veränderungen in seiner weiteren Entwicklung gehemmt haben. Aber jede Verpflichtung beinhaltet auch ein gewisses Risiko.

BlickpunktMaarten VandevoordtKRC GenkRB LeipzigJupiler Pro League

Artur Stopper

Artur Stopper

Über den Autor

Mit über 25 Jahren Erfahrung als Torwarttrainer weiß Artur, wie Torhüter ticken. Deshalb bevorzugt er Themen, die die Welt der Torhüter ausmachen: Vereinswechsel, Tiefschläge, Pechsträhnen, Höhenflüge, Emotionen, Ersatzbank, Halbgötter, Erfolge.

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