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Im Nations-League-Spiel gegen die Ukraine schrieb Manuel Neuer heute Fußballgeschichte. Mit seinem 95. Länderspieleinsatz schloss der 34-jährige Schlussmann des deutschen Meisters Bayern München zum bisher alleinigen Rekord-Nationaltorhüter Sepp Maier auf. Keiner von allen deutschen Nationaltorhütern erreichte so viele Länderspiele wie die beiden Ausnahme-Keeper. Ihnen am nächsten kommt ein anderer Ex-Münchener, nämlich Oliver Kahn mit 86 Länderspieleinsätzen. Auf den nächsten Plätzen folgen weitere deutsche Torwartgrößen: Toni Schumacher mit 76, Jens Lehmann mit 61, Andreas Köpcke mit 59 und Bodo Illgner mit 54 Länderspielen.

Auf Augenhöhe mit Sepp Maier

Sepp Maier, der wie Neuer ebenfalls für die Münchener von 1962 bis 1979 zwischen den Pfosten stand, avancierte zur Bayern-Legende, weil er in insgesamt 563 Spielen für die Münchener auf dem Spielfeld stand. In diesem Zeitraum war der Ausnahme-Keeper zudem die unangefochtene Nummer eins im Tor der deutschen Fußball-Nationalmannschaft. Vier Deutsche-Meister-Titel (1969, 1972, 1973, 1974) und vier DFB-Pokalgewinne (1966, 1967, 1969, 1971) hat Maier national vorzuweisen. International folgten der dreimalige Gewinn des Europapokals der Landesmeister, der dem heutigen Champions-League-Titel entspricht, sowie mit der Nationalmannschaft der Europameister- und Weltmeistertitel 1972 bzw. 1974. Außerdem wurde er 1976 mit den Bayern Weltpokal-Sieger. Mit seinen 95 Länderspieleinsätzen ist Neuer nun auf der gleichen Stufe wie die Münchener Torwart-Legende angekommen.

Doch für Maier besteht kein Grund zur Trauer, dass ihn Neuer nach über vier Jahrzehnten als Rekordhalter ablösen wird. "Das ist mal Zeit geworden. Es ist 41 Jahre her, dass ich die Marke aufgestellt habe. Daran sieht man, was das für eine großartige Leistung vor mir war", sagte der 76 Jahre alte Fußball-Rentner: "Ich beglückwünsche Manuel Neuer."

Manuel Neuer nun auf der Überholspur

Der 34-jährige aktuelle Nationalkeeper ist noch lange nicht am Ende seiner außergewöhnlichen Karriere angelangt. Ganz im Gegenteil: Nach einer vorübergehenden Schwächephase, in der einige Experten bereits seine Ablösung im Tor der deutschen Nationalmannschaft forderten, hat sich Neuer inzwischen wieder zu alter Stärke emporgearbeitet und ist im Moment die unbestrittene Nummer eins in Deutschland und vielleicht sogar auf der Welt. Bereits am kommenden Freitag könnte er in Sevilla im Spiel gegen Spanien zum alleinigen Rekordhalter aufsteigen. Und ein Ende ist noch nicht abzusehen. Auch Sepp Maier ist davon überzeugt, dass Neuers Karriere in der Nationalmannschaft noch andauert. "Manuel Neuer wird bestimmt über 120 Länderspiele bestreiten", glaubt Maier. Der inzwischen 76-jährige Ex-Nationaltorwart sieht keinen Grund, warum Neuer seine DFB-Karriere in absehbarer Zeit beenden sollte: "Warum denn? Dem fehlt ja nichts." Neuer ist für Maier angesichts seiner Leistungen und Titelgewinne ein würdiger Nachfolger als deutscher Rekordtorwart.

Einen Seitenhieb auf den ehemaligen Bundestrainer Jürgen Klinsmann, der bei der WM 2006 seinen ehemaligen Schützling Oliver Kahn zur Nummer zwei hinter Jens Lehmann degradierte und in diesem Zuge auch Maier als Torwart-Bundestrainer durch Andreas Köpcke ersetzte, kann sich Ex-Nationaltorwart auch nach Jahren nicht verkneifen. "Das hätte aber auch schon Oliver Kahn verdient gehabt. Aber das hat Jürgen Klinsmann verhindert", sagte Maier.

Bundestrainer Joachim Löw lobte Neuer vor seinem Rekordspiel in höchsten Tönen: „Manuel Neuer ist ein Ausnahmetorhüter, ein Glücksfall für den Fußball in Deutschland. Für die Entwicklung unseres Spiels und für die Erfolge in der vergangenen Dekade war er einer der größten Faktoren“, und schwärmte weiter: „Rekord-Nationaltorhüter im Torhüterland Deutschland – das ist eine besonders Leistung.“ Dass ein Ende im Tor des DFB-Tor nach lange nicht in Sicht scheint, untermauert Neuer selbst: „Ich bin fit, ich fühle mich richtig gut und habe Spaß am Fußball.“ Nach Hoffnung für die Erben Neuers zwischen den Pfosten der Nationalmannschaft klingt dieser Satz nicht. Und solange Neuer sein aktuelles Niveau halten kann, besteht auch für Löw kein Grund, etwas an dieser Konstellation zu ändern.

BlickpunktNationalmannschaftManuel Neuer

Artur Stopper

Artur Stopper

Über den Autor

Mit über 25 Jahren Erfahrung als Torwarttrainer weiß Artur, wie Torhüter ticken. Deshalb bevorzugt er Themen, die die Welt der Torhüter ausmachen: Vereinswechsel, Tiefschläge, Pechsträhnen, Höhenflüge, Emotionen, Ersatzbank, Halbgötter, Erfolge.

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