Wird geladen

Login

GoalGuardGoalGuard Steady Status

Jetzt Videolisten erstellen

Der Wechsel von Union Berlins Stammtorhüter Rafal Gikiewicz zum Ligakonkurrenten FC Augsburg ist offiziell bestätigt. Der 32-jährige Pole verlässt die Köpenicker nach zwei erfolgreichen Jahren. Bereits Ende April hatte der Fußball-Bundesligist bekannt gegeben, dass der Stammtorwart keinen neuen Vertrag mehr bekommen werde, nachdem er das Angebot des Klubs nicht angenommen hatte. Zu hoher finanzieller Forderungen sollen nach Darstellung des Vereins zur Trennung geführt haben. „Nachdem wir uns in mehreren Verhandlungsrunden wirtschaftlich nicht einigen konnten, haben wir entschieden, uns auf der Torwartposition neu zu orientieren“, erklärte Oliver Ruhnert, Unions Geschäftsführer Profifußball. Gikiewicz selbst dementiert diese Version.

Neue Chance für Moritz Nicolas?

Wie oft im Leben ist der Abschied des einen eine Chance für einen anderen. Im Fall Union Berlin könnte der bisherige Ersatztorhüter Moritz Nicolas vom Abgang des polnischen Schlussmanns profitieren und zur neuen Saison die Nummer eins der Köpenicker werden. Der 22-jährige, talentierte Schlussmann war zur Bundesligasaison 2019/20 vom Ligakonkurrenten Borussia Mönchengladbach für zwei Jahre auf Leihbasis in die Hauptstadt gewechselt, um Spielpraxis zu erhalten. Diese Hoffnung blieb dem ehemaligen U21-Nationaltorhüter und Gladbachs Verantwortlichen aber verwehrt. Zu konstant und unangreifbar waren die Leistungen von Rafal Gikiewicz, um über einen Wechsel zwischen den Pfosten des Union-Tores nachdenken zu müssen. Erst am 33. Spieltag, als der Klassenerhalt bereits feststand, wurde Nicolas in die Startelf berufen. Eine Verletzung im rechten Knie verhinderte einen möglichen weiteren Einsatz am 34. und damit letzten Spieltag.

Sein Pflichtspieldebüt für Union im Auswärtsspiel gegen die TSG Hoffenheim war zumindest in der Anfangsphase vielversprechend, als er sich einige Male durchaus auszeichnen konnte. Ein Traumdebüt war die 0:4-Niederlage allerdings nicht, auch wenn die Gründe der Niederlage eher im Abwehrverhalten seiner Mitspieler als bei den jungen Torhüter zu suchen waren. Union-Trainer Urs Fischer zeigte sich nach dem Spiel durchaus zufrieden mit der Leistung seines Schützlings: „Bei den ersten Aktionen war er hellwach, bei anderen hat er gezeigt, was er kann.“ Es gäbe aber auch Dinge, „an denen er noch arbeiten muss“. Das ist bei einem Torhüter, der erstmals in der höchsten deutschen Spielklasse zum Einsatz kam, sicherlich keine Überraschung. Auch Fischer gab zu, dass Nicolas Einsatzzeiten brauche, wenn er zu einem Bundesliga-Torhüter reifen will.

Leihoption kann von Gladbach beendet werden

Offiziell läuft der Leihvertrag mit Nicolas bis 2021. Borussia hätte allerdings die Option, das Jung-Talent nach dieser Saison an den Niederrhein zurückzuholen. Aus der Welt sind diese Gedanken bei der Verantwortlichen der Borussia nicht. Zuletzt hatte Manager Max Eberl (46) betont: „Die Idee war, dass Moritz Spielzeit bekommt. Das war bis jetzt leider nicht der Fall. Wir sind aber überzeugt von ihm und müssen uns genau anschauen, wie es weitergeht.“ Gladbachs Verantwortliche wollen dringend verhindern, dass Nicolas ein weiteres Jahr auf der Bank sitzt und so wertvolle Entwicklungszeit verliert.

Unerfahrenheit birgt Risiken

Ganz ohne Risiko wäre es für Union Berlin aber nicht, auf den jungen und unerfahrenen Torhüter zu setzen, denn der ehemalige U21-Nationaltorhüter kann bislang nur auf die Erfahrung von 75 Regionalliga-Partien in Gladbachs Reserve zurückgreifen. Auf höherem Niveau hat er sich bislang noch kaum beweisen dürfen. Ein Verein wie Union Berlin, der sicherlich auch in der kommenden Situation ausschließlich wieder um den Verbleib in Deutschlands Eliteklasse kämpfen wird, kann sich aber speziell auf der Torhüterposition sicherlich keine Experimente leisten.

In der Hoffnung auf Einsätze war Nicolas auf Leihbasis zu den Berlinern gekommen, in der Hauptstadt sollte er den Durchbruch schaffen. Bisher hat sich diese Hoffnung nicht erfüllt. Möglicherweise könnten aber die finanziell begrenzten Mittel der Berliner ihren Mut befeuern, in der kommenden Saison auf den talentierten Nachwuchskeeper zu setzen. Das Talent dazu bringt Moritz Nicolas jedenfalls mit.

Blickpunkt

Artur Stopper

Artur Stopper

Über den Autor

Mit über 25 Jahren Erfahrung als Torwarttrainer weiß Artur, wie Torhüter ticken. Deshalb bevorzugt er Themen, die die Welt der Torhüter ausmachen: Vereinswechsel, Tiefschläge, Pechsträhnen, Höhenflüge, Emotionen, Ersatzbank, Halbgötter, Erfolge.

Ähnliche Inhalte