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Was seit Wochen in den Medien bereits als Vermutung geäußert wurde, ist nun Wirklichkeit. Italiens Nationaltorhüter Gianluigi Donnarumma wechselt zur kommenden Saison vom AC Mailand nach Frankreich zu Paris St. Germain. An ihm sollen zuletzt auch andere Top-Vereine wie Juventus Turin, der FC Barcelona und Tottenham Hotspur interessiert gewesen sein.

Der 22-jährige italienische Nationaltorhüter gilt als einer der besten Torhüter der Welt. Bereits mit 17 Jahren machte er Schlagzeilen, als er unter dem damaligen Milan-Trainer Sinisa Mihajlovic im Herbst 2015 zu seinem ersten Einsatz in der Serie A kam. Nach wie vor ist er damit der jüngste Torhüter mit einem Startelfeinsatz in der Geschichte der höchsten italienischen Spielklasse. Mihajlovic erkannte frühzeitig die Klasse und Qualität des jungen Nachwuchskeepers, der in der Nähe von Neapel aufwuchs und 2013 im Alter von 14 Jahren in die Jugendabteilung der Mailänder gewechselt war, und gab ihm eine Chance. Seine mutige Einschätzung hat Donnarumma schon längst vielfach bestätigt. Denn heute, rund sechs Jahre später, hat sich der 1,96 m große Hüne ohne Zweifel zu einem der weltbesten seines Faches entwickelt. Aber auch Italiens damaliger Nationaltrainer Antonio Conte setzte früh auf ihn und ermöglichte ihm im September 2016 bei der 1:3-Niederlage im Freundschaftsspiel gegen Frankreich seinen ersten Einsatz in die A-Nationalmannschaft. Zur zweiten Halbzeit war er für sein großes Vorbild Gianluigi Buffon eingewechselt worden. Damit war er mit 17 Jahren der bisher jüngste Torhüter, der in einem A-Länderspiel für Italien zum Einsatz kam und der jüngste Spieler seit 105 Jahren.

Deshalb war es nicht weiter verwunderlich, dass sich schon seit Jahren einige europäische Top-Vereine vergeblich um die Dienste des 22-jährigen Ausnahmetalents bemüht hatten. Nun schien der Zeitpunkt für seinen Berater Mino Raiola günstig, den ganz besonderen Deal mit Paris St. Germain einzufädeln. In der französischen Hauptstadt soll der Keeper einen Fünf-Jahres-Vertrag bis 2026 unterzeichnen, der ihm ein Jahresgehalt von zwölf Millionen Euro einbringen soll. Sein bisheriger Verein AC Mailand hatte Donnarumma im Falle einer Vertragsverlängerung angeblich ein Gehalt von acht Millionen Euro jährlich geboten. PSG wird dem Schlussmann in den kommenden fünf Jahren bis zu 60 Millionen Euro überweisen.

Die Wechselabsichten von Gianluigi Donnarumma hatten zuletzt bei den Milan-Ultras für Aufregung gesorgt. Wie mehrere italienische Medien berichteten, wurde der Keeper im Mai vor dem wichtigen Spiel gegen Juventus Turin, als beide Mannschaften punktgleich in der Tabelle Rang drei und Rang vier belegten und es Gerüchte um seinen möglichen Wechsel zur Alten Dame gab, von den Milan-Ultras massiv unter Druck gesetzt. Laut Corriere della Sera forderte eine Gruppe Ultras von der Milan-Schlussmann, seinen Vertrag entweder sofort zu verlängern oder aber gegen Juve nicht aufzulaufen. Die Konfrontation mit den Fans soll den Keeper so mitgenommen haben, dass er anschließend sogar in Tränen ausgebrochen sein soll. Bereits im Sommer 2017 wurde er von Teilen des Anhangs als "Dollarumma" beschimpft und mit Spielgeldscheinen in seinen Strafraum überhäuft, als er sich mit dem Verein zunächst nicht auf eine Vertragsverlängerung einigen konnte.

Ob der Wechsel nach Paris für ihn auch die sportlich richtige Entscheidung war, wird sich zeigen. Bei Paris St. Germain stand in der abgelaufenen Saison Keylor Navas (34) zwischen den Pfosten, der mit starken Leistungen ein sicherer Rückhalt im Starensemble der Franzosen war. Zudem hat der Torwart aus Costa Rica erst im April bis 2024 in Paris verlängert. Es wird interessant werden, welche Lösung der argentinische PSG-Cheftrainer Mauricio Pochettino für die beiden sportlichen Schwergewichte finden wird. Mit seinen Leistungen bei der EM 2020, bei der Donnarumma zum besten Spieler des Turniers gewählt wurde, hat der 22-Jährige aber ein deutliches Zeichen gesetzt, zu welchen Leistungen er fähig ist.

Blickpunkt

Artur Stopper

Artur Stopper

Über den Autor

Mit über 25 Jahren Erfahrung als Torwarttrainer weiß Artur, wie Torhüter ticken. Deshalb bevorzugt er Themen, die die Welt der Torhüter ausmachen: Vereinswechsel, Tiefschläge, Pechsträhnen, Höhenflüge, Emotionen, Ersatzbank, Halbgötter, Erfolge.

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