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Das Auge spielt mit 90 % bei der menschlichen Wahrnehmung eine entscheidende Rolle. Unser Sehorgan nimmt verschiedene Reize aus der Umgebung auf, die, nachdem sie von unserem Gehirn selektiert und verarbeitet wurden, als Grundlage für unsere Entscheidungen dienen.

Wie visuelle Wahrnehmung im Torwartspiel funktioniert, lässt sich an der Spielsituation erklären, wenn nach dem Rückpass eines Mitspielers der Torhüter den Ball möglicherweise unter dem Druck des Gegners bestmöglich verarbeiten muss. Dem Auge werden in dieser Situation verschiedene Fähigkeiten abverlangt, es muss gleichzeitig Unterschiedliches wahrnehmen: Es muss den heranfliegenden Ball fokussieren, die Geschwindigkeit und den Abstand des Balles zum Torhüter ermitteln, muss aber gleichzeitig in der Umgebung die Positionierung der Mit- und Gegenspieler mit Hilfe der peripheren Wahrnehmung erkennen. Alle diese Informationen benötigt der Torhüter, um auf die Spielsituation adäquat zu reagieren. Eine gute Sehschärfe, Tiefenwahrnehmung, ein gutes Bewegungssehen und peripheres Sehen sind also die Voraussetzungen für richtiges Handeln.

Durch die kontinuierlich gesteigerte Komplexität des Torwartspiels in den vergangenen Jahren gewinnt die Wahrnehmungsfähigkeit zunehmend an Bedeutung, denn Torhüter müssen Situationen unter höchstem Zeit- und Gegnerdruck wahrnehmen, eine Entscheidung treffen und schließlich die gewählte Aktion ausführen. Der Erfolg einer Situation hängt also maßgeblich von der visuellen Wahrnehmung ab. Doch wie kann man diese Fähigkeit im Torwarttraining trainieren?

Simon Panter, Torwarttrainer beim französischen Erstligisten Racing Straßburg, hat an den Torwarttagen von "Safehands – the art of goalkeeping“ in Bregenz Übungen vorgestellt, wie diese Fähigkeit mit Hilfe von Lichtsignalen entwickelt und geschult werden kann.

Was funktionieren die Lichtsignale?

Der Einsatz von Lichtsignalen eignet sich dazu, die Augen-Körper-Koordination, das periphere Sehen, die Reaktionsfähigkeit, die Schnelligkeit oder die Laufkoordination zu trainieren. Sie bestehen aus Lichtern mit Sensoren, die über ein Tablet per Funk gesteuert werden. Die Einsatzmöglichkeiten sind verschieden. Das aufblinkende Lichtsignal kann durch die Berührung per Fuß oder Hand ausgeschaltet werden. Dieser Einsatzmöglichkeit eignet sich vor allem für koordinative Übungen oder zur Schulung der Reaktion. Simon Panter setzte die Lichtsignale zur Schulung der Wahrnehmung bei Rückpässen ein. Dazu brachte er jeweils ein Lichtsignal an jedem Airbody an. Das Tablet programmierte er so, dass das Lichtsignal wechselweise in der Farbe Rot oder Grün aufblinkte.

So trainiert Simon Panter visuelle Wahrnehmung!

Um die visuelle Wahrnehmung des Torhüters zu trainieren, baute Simon neben den AIRBODYS, die im Abstand von ca. 18 m vor dem Tor standen, zu beiden Seiten zwei Kleintore als Zielzone auf. Position der AIRBODYS sollte die Position der Innenverteidiger verkörpern, um so die Situation so spielnah als möglich nachzustellen. Simon selbst war als Zuspieler in Richtung Seitenauslinie postiert.

Übung 1

Auf Simons Zuspiel hin musste der Torhüter zunächst „scannen“, an welchem Airbody die Farbe Grün aufleuchtete, und anschließend den Ball unter Zeitdruck (laut zählend: einundzwanzig, zweiundzwanzig..) in das von den Lichtsignalen vorgegebene Tor passen.

Übung 2

In einem nächsten Schritt passte der Torhüter vor Simons Zuspiel den Abstand zum gegnerischen Spieler an, d.h. der Torhüter setzte sich wie im Spiel nach hinten ab, um so dem möglichen Druck des gegnerischen Angreifers auszuweichen. Dann passte er den Ball in das Tor, dessen Lichtsignal Grün aufleuchtete.

Übung 3

In einem letzten Schritt passte der Torhüter zunächst seine Position wieder dem Gegner an. Der Gegner wartete den ersten Kontakt des Torhüters ab und versuchte dann, den Pass des Torhüters ins Kleintor mit Händen oder Füßen abzufangen. Der Hintergedanke dabei: Der Torhüter sollte nur mit einem guten ersten Kontakt und einem schnellen, präzisen Pass erfolgreich sein.

Trainingshilfen

Artur Stopper

Artur Stopper

Über den Autor

Mit über 25 Jahren Erfahrung als Torwarttrainer weiß Artur, wie Torhüter ticken. Deshalb bevorzugt er Themen, die die Welt der Torhüter ausmachen: Vereinswechsel, Tiefschläge, Pechsträhnen, Höhenflüge, Emotionen, Ersatzbank, Halbgötter, Erfolge.

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