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Am vergangenen Sonntag wurde Nationaltorhüter Manuel Neuer eine besondere Ehre zuteil. Nach 2013, 2014, 2015 und 2016 wurde er von der International Federation of Football History & Statistics (IFFHS) zum fünften Mal von Fachredaktionen und Experten zum weltbesten Torhüter gewählt. Diese Anzahl an Auszeichnungen zum Welttorhüter war zuvor nur zwei Torwartlegenden vergönnt: Dem 167-fachen spanischen Keeper Iker Casillas (Real Madrid) sowie dem 176-fachen italienischen Schlussmann Gianluigi Buffon (Juventus Turin). Mit der Wahl zum Welttorhüter des Jahres 2020 ist der Bayern-Schlussmann endgültig in die Beletage der besten Torhüter aller Zeiten angekommen.

Neuer gewinnt Wahl mit deutlichem Vorsprung

Beeindruckend ist auch die Anzahl an Punkten, die der Bayern-Schlussmann von den Fachjuroren erhielt, nämlich 320. Er erreichte damit einen deutlichen Vorsprung vor dem Zweitplatzierten slowenischen Nationaltorhüter Jan Oblak (Atletico Madrid), der 40 Punkte erhielt, sowie dem Drittplatzierten und Vorjahressieger Brasilianer Alisson (FC Liverpool) mit 30 Punkten. Neuers DFB-Konkurrent Marc-André ter Stegen vom FC Barcelona landete mit 10 Punkten auf Rang fünf des Votings.

Neuer bringt Kritiker zum Schweigen

Diese Auszeichnung hat sich Manuel Neuer zweifellos verdient, er hatte maßgeblichen Anteil an der herausragenden Saison und den Erfolgen des FC Bayern 2020. Dass Neuer nach seiner schweren Verletzung 2017 mit monatelangem Ausfall noch einmal das Niveau früherer Jahre erreichen würde, hatten nur wenige Experten erwartet. Sogar ein verletzungsbedingtes Karriereende schien nicht ausgeschlossen. Viele Fachleute forderten daher bereits eine Wachablösung im Tor der deutschen Nationalmannschaft zugunsten von Marc-Andre ter Stegen, der beim FC Barcelona mit großartigen Leistungen aufwartete, und stimmten die ersten Abgesänge auf den Bayern-Schlussmann an. Entgegen aller Erwartungen kämpfte sich Neuer aber wieder zu alter Stärke zurück. Wer Neuer bereits abgeschriebenen hatte, sah sich eines Besseren belehrt. Für manche Beobachter ist der inzwischen 34-jährige Keeper sogar der beste Neuer, den es je gab. Mit seiner selbstbewussten Ausstrahlung und Präsenz ist er für die jüngeren Mitspieler zu einem Fix- und Orientierungspunkt im Verein wie in der Nationalmannschaft geworden.

Mit seinen in diesem Jahr gezeigten Leistungen knüpfte Neuer wieder an die Jahre um den WM-Titel 2014 an, als er ohne Frage der beste Torwart der Welt war und das Torwartspiel auf ein neues Level hob. Nachweise für seine wiedererlangte Klasse gibt es in den vergangenen genug. Besonders im Finale der Champions League gegen Paris-St.Germain war der 32-jährige Schlussmann DER entscheidende Faktor. Mit seinen Glanztaten brachte er Neymar, Mbappe und Co. reihenweise zur Verzweiflung. Thomas Tuchel, Cheftrainer bei den Franzosen, nannte es nach dem Spiel scherzhaft eine "Wettbewerbsverzerrung", was Manuel Neuer im Estadio da Luz zu Lissabon abgeliefert hatte. Der ehemalige Welttorhüter Peter Schmeichel war begeistert von Neuers Heldentaten: "Neuer heute, er war einfach unglaublich“, und fügte in seiner Funktion als Experte des US-TV-Senders CBS an: "Mit jedem Torwart, der nicht so spielt, hätte Bayern dieses Turnier nicht gewonnen.“ Neuer gebe der Mannschaft mit seinem Passspiel zudem eine große Sicherheit und Selbstvertrauen. Mehr Anerkennung geht nicht!

Die Rufe nach einer Wachablösung im Tor der deutschen Nationalmannschaft sind jedenfalls verstummt und werden wohl nicht so schnell wieder auftauchen, sollte Neuer dieses Niveau halten können. Wer den Ehrgeiz des inzwischen 96-fachen deutschen Rekord-Nationaltorhüters kennt, muss sich jedenfalls darauf einstellen, dass die Warteschleife für mögliche Nachfolger im Tor des DFB-Teams nicht kürzer geworden ist.

Blickpunkt1. BundesligaManuel NeuerFC Bayern München

Artur Stopper

Artur Stopper

Über den Autor

Mit über 25 Jahren Erfahrung als Torwarttrainer weiß Artur, wie Torhüter ticken. Deshalb bevorzugt er Themen, die die Welt der Torhüter ausmachen: Vereinswechsel, Tiefschläge, Pechsträhnen, Höhenflüge, Emotionen, Ersatzbank, Halbgötter, Erfolge.

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