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Nun ist der Wechsel von Alexander Nübel vom FC Schalke 04 zum deutschen Meister Bayern München offiziell. Am Samstag bestätigte der Rekordmeister die Verpflichtung des 23-jährigen Schalker Kapitäns. Unklar ist noch, welche Rolle der ehemalige U21-Nationaltorhüter zukünftig bei den Münchenern spielen wird. Ob und in welchem Umfang er den Platz auf der Reservebank als Nummer zwei hinter Nationaltorhüter Manuel Neuer einnehmen wird, oder wie viele Spieleinsätze ihm Nationaltorhüter Manuel Neuer gönnen wird.

Die Torwart-Hierarchie verändert sich beim FC Bayern

Weniger Beachtung findet die Frage, welche Veränderungen sich durch den Wechsel Nübels an die Isar in der bisherigen Torwart-Hierarchie der Bayern ergeben werden. Betroffen von dieser neuen Situation sind Sven Ulreich, die bisherige Nummer zwei bei den Bayern, sowie Christian Früchtl, der talentierte aktuelle U20-Nationaltorhüter und bisherige dritte Torhüter der Münchener.

Sven Ulreich - eine immer zuverlässige Nummer zwei

Da sich Nübel vorerst hinter Nationaltorwart Manuel Neuer (33) einreihen soll, bedeutet dies für Sven Ulreich den Verlust des Nummer-zwei-Status und damit auch temporärer Spieleinsätze. Durch verletzungsbedingte Ausfälle Neuers kam der Ex-Stuttgarter seit seiner Verpflichtung im Sommer 2015 immerhin auf 68 Pflichtspiel-Einsätze für die Bayern. Er stellte in dieser Zeit unter Beweis, dass er ein würdiger und hervorragender Vertreter für den 90-fachen und dreimaligen Welttorhüter ist, wenn er gebraucht wird. Besonders in der Zeitspanne, als Neuer in der Saison 2017/18 nach langwieriger Verletzung monatelang ausfiel, stellte Ulreich seine Klasse in 47 Pflichtspielen unter Beweis. Seine hervorragenden Leistungen blieben nicht unbemerkt und wurden von den Bundesliga-Profis in einer Kicker-Umfrage entsprechend gewürdigt. Sie wählten ihn zum besten Keeper der Spielzeit 2017/18. Er war einer der Top-Torhüter in Deutschland. Sogar mit der Nationalmannschaft wurde Ulreich in dieser Zeit in Verbindung gebracht und von einigen Medien seine Berücksichtigung im DFB-Kader lautstark gefordert. Seine respektvolle Anerkennung der Leistung weiterer Kandidaten um einen Platz in der DFB-Elf sagt viel über den Charakter des gebürtigen Schorndorfers aus: „Torhüter wie Ralf Fährmann oder Bernd Leno spielen seit Jahren im internationalen Geschäft. Da wäre es ein Stück unfair, wenn jemand wie ich mit zur WM fahren würde, der erst seit ein paar Monaten wieder voll dabei ist und gerade erst ein paar Spiele gemacht hat.“ Bescheiden und ohne Murren reihte sich Ulreich nach Neuers Rückkehr wie selbstverständlich wieder hinter dem Nationaltorhüter ein. Und trotz zahlreicher Gerüchte um einen Wechsel des ehemaligen Stuttgarters verlängerte er seinen Vertrag bis 2021.

Eigentlich war Ulreich immer die optimale Nummer zwei für die Bayern: Zuverlässig, wenn er Neuer vertreten musste, immer loyal gegenüber seinem Konkurrenten, sein eigenes Ego hinten anstellend, mit einer positiven Ausstrahlung, freundlich, intelligent und zugänglich. Weil der 31-jährige Schlussmann über seinen eigenen Dunstkreis hinausdenkt, hat er sogar für die Verpflichtung Nübels als Investition in die Zukunft des Rekordmeisters durchaus Verständnis: „Wenn so ein Torhüter auf dem Markt ist, muss man natürlich hinterher sein".

Trotzdem wird sich Sven Ulreich Gedanken machen müssen um seine weitere Zukunft. Denn ein Torhüter seiner Klasse als Nummer drei in der Torwart-Hierarchie scheint eher nicht vorstellbar. Mit 31 Jahren ist er noch zu jung, um dauerhaft ins dritte Glied abgeschoben zu werden. Andererseits ist der Wohlfühlfaktor für den Familienmensch Ulreich sehr wichtig. Und dass er sich im München äußerst wohl fühlt, hat er bereits mehrmals betont. Insofern kann man einen Verbleib bei den Bayern nicht ausschließen. Und dass ein Vertrag in München eine durchaus lukrative Investition in die Zeit nach der sportlichen Karriere ist, ist bekannt. Sven Ulreich hat noch einige Monate Zeit, in Ruhe zu entscheiden, wie sein weiterer sportlicher Weg aussehen soll.

Artur Stopper

Artur Stopper

Über den Autor

Mit über 25 Jahren Erfahrung als Torwarttrainer weiß Artur, wie Torhüter ticken. Deshalb bevorzugt er Themen, die die Welt der Torhüter ausmachen: Vereinswechsel, Tiefschläge, Pechsträhnen, Höhenflüge, Emotionen, Ersatzbank, Halbgötter, Erfolge.

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